HiCoG-Siedlung

Mieter kämpfen für Erhalt der Parkanlage

Auffallend bei der HiCoG-Siedlung ist die Parkanlage zwischen den Häusern.

TANNENBUSCH. Bewohner der Tannenbuscher HiCoG-Siedlung rund um die Düne werden mit ihrem Vermieter nicht glücklich. Erst ging es um Querelen wegen Sanierungsstaus, nun haben die Bewohner der Amerikanischen Siedlung Sorge, dass sich die gesamte Anlage in ein paar Jahren völlig verändert - weg von der parkähnlichen, lockeren Siedlungsstruktur hin zu einem verdichteten Gebiet mit neuen Häusern.

Die dort ansässige Mieterinitiative Dünenfüchse wehrt sich nun und stellte am Dienstagabend in der Sitzung der Bezirksvertretung Bonn einen für manchen Politiker äußerst kunstruktiven Bürgerantrag vor.

"Es ist gut, mal Alt-Tannenbusch in den Blick zu nehmen", sagte Norbert Fuchs, der den Antrag mit Klara Geilenkirchen gestellt hatte. Es gebe beunruhigende Aussagen des Vermieters, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), "den Denkmalschutz aufzuheben, um Bauverdichtung zu ermöglichen". Allerdings gehe es den Dünenfüchsen nicht um eine privilegierte Luxuslage, sondern um ein sozialverträgliches, gemeinsames Wohnen.

Die Antragsteller haben nun Sorge, dass das Herz der Anlage rund um Im Tannenbusch 5 und 9 vermarktet werden soll, um auf der Grünfläche neue Häuser bauen zu können. Entsprechend würde die BImA die Gebäude dort verkommen lassen, um aus dem Denkmalschutz herauszukommen.

Die Anwohner wollen nun verhindern, dass die dafür notwendige Änderung des Bebauungsplans zustande kommt. Die Stadt teilte in einer Stellungnahme mit, dass sie diese Initiative unterstütze. Wobei Gitti Götz (Linke) meinte, dass das nicht reiche. Wie auch Bernhard Wimmer (Bürger Bund Bonn) forderte Hartwig Lohmeyer (Grüne) ein Bebauungsplanänderungsverfahren zur Bestandssicherung. "Ich weiß nicht, ob das funktioniert", sagte Arno Hospes (CDU).

"Wenn man die BImA nicht mitnimmt, lässt sie es verrotten." Die Dünenfüchse gehen noch einen Schritt weiter und wollen das soziale Miteinander der Generationen fördern. In den Mittelpunkt rückt dabei ein seit 15 Jahren leerstehender Pavillon, den die Initiative gerne als Treffpunkt für ihre Sozialarbeit nutzen möchte.

Das brachte Stephan Post (CDU) auf die Palme, der bezweifelte, dass vom Konzept schon etwas umgesetzt sei und es bislang überhaupt schon einen Sozialarbeiter gebe. Das gute Dutzend anwesender Alt-Tannenbuscher in der Sitzung ärgerte sich entsprechend. Post benannte die Grundeinstellung der CDU: "Fakt ist, das Gebiet ist derartig großzügig bebaut, wie ich es nirgendwo im Bonner Norden kenne."

Das Thema ist also noch nicht ausgestanden, kommt wieder auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung. "Ich bin froh, dass es die erste Lesung ist", sagte Post.

HiCoG-Siedlung

Die Anlage in Tannenbusch wurde 1951/52 vom US-Hochkommissar für Deutschland (High Commissioner of Germany, HiCoG) für seine deutschen Mitarbeiter auf bundeseigenem Gelände errichtet. Es ist von drei Seiten von der unter Landschaftsschutz stehenden Düne umgeben. Die Häuser in parkähnlicher Landschaft sind strahlenförmig um die Hohe Straße und Im Tannenbusch angeordnet. Die Siedlung wurde 1995 unter Denkmalschutz gestellt.