Kulturstätte an der Viktoriabrücke

Mieten für Bonner Vereine: Das Kult 41 schlägt Alarm

Das Kult 41 hat im vergangenen Jahr sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Auf dem Bild ist der Vorstand um den Vorsitzenden Andreas Gohlke zu sehen (l.).

Das Kult 41 hat im vergangenen Jahr sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Auf dem Bild ist der Vorstand um den Vorsitzenden Andreas Gohlke zu sehen (l.).

BONN. Der Vorstand des Kulturzentrums an der Viktoriabrücke sieht bei einer Mieterhöhung den Fortbestand gefährdet. Im Juni lädt er die Kommunalpolitik zu einem Ortstermin ein.

Das Kult 41 schlägt Alarm: Die Kulturstätte an der Viktoriabrücke soll künftig 160 Prozent mehr Miete an die Stadt zahlen als derzeit. Wie der Vereinsvorsitzende Andreas Gohlke in einem Brief an die Verwaltung schreibt, sei die Mieterhöhung „aus dem Grund inakzeptabel, da sie die einmalige Institution Kult 41 als ehrenamtlich und gemeinnützig betriebenes Kulturzentrum unmöglich macht“.

Zur genauen Miethöhe wollte Gohlke mit Blick auf vertrauliche Verträge mit der Stadt nichts sagen. Nach GA-Informationen muss das Kult 41 pro Monat zurzeit 1350 Euro Kaltmiete zahlen, das Städtische Gebäudemanagement (SGB) will künftig 2160 Euro. Gohlke sagte auf Nachfrage: „Wir können natürlich die Preise für alles erhöhen, aber das Kult 41 ist eben Anlaufstelle für Menschen, die es nicht so dicke haben.“ Dort finden 200 Veranstaltungen im Jahr statt. Künstlerateliers und Proberäume für Bands sind durchgehend belegt. Er betont auch, dass der Kulturförderverein Nordstadt 100.000 Euro in den Bau gesteckt habe und 2007 eine Mieterhöhung ausgehandelt worden sei.

Von der Stadt war am Freitag keine Stellungnahme zu bekommen. Hintergrund der Erhöhung ist die Ankündigung der Verwaltung, künftig zu „ortsüblichen Mieten“ zu vermieten. In der Vergangenheit hatte der GA über einige Fälle berichtet. Das städtische Kulturamt hat dem Kult 41 schriftlich ein Alleinstellungsmerkmal in der Kulturlandschaft attestiert und die Bedeutung für junge Musiker hervorgehoben. Gohlke sagt, er sei „optimistisch“, eine Lösung zu finden. Für Juni hat er Politiker zu einem Ortstermin eingeladen. Das Ziel: ein weiterer Zehn-Jahres-Vertrag mit den bisherigen Konditionen.