Studie

Mietbelastung in Bonn am höchsten

Neugebaute Wohnhäuser in Berlin: Laut einer aktuellen Studie müssen rund vier von zehn Haushalten in Deutschlands Großstädten mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens allein für ihre Miete ausgeben.

Neugebaute Wohnhäuser in Berlin: Laut einer aktuellen Studie müssen rund vier von zehn Haushalten in Deutschlands Großstädten mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens allein für ihre Miete ausgeben.

13.09.2017 Köln. Die Miete reißt ein immer größeres Loch in die Haushaltskasse vieler Bonner. In der Bundestadt liegt die Belastung bei knapp über 30 Prozent, wie eine aktuelle Studie der Berliner Humboldt-Universität für die Hans-Böckler-Stiftung herausfand. Bonn zählt zu den bundesweiten Spitzenreitern.

In vielen Großstädten leiden die Menschen nach den Ergebnissen der Studie unter einer kaum noch tragbaren Belastung durch hohe Mieten. Das Rheinland ist besonders betroffen. Allen voran liegt Bonn mit einer durchschnittlichen Mietbelastung von 30,3 Prozent, dicht gefolgt von Neuss mit 30,1 Prozent und Köln mit 29,3 Prozent sowie Düsseldorf mit 29,2 Prozent.

Die Studie untersuchte die Mieten in allen großen Städten. Danach müssten vier von zehn Haushalten in Deutschland mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens allein für ihre Miete ausgeben, heißt es in der am Mittwoch in Düsseldorf vorgelegten Untersuchung. Die Studie der Berliner Humboldt-Universität war von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gefördert worden.

Dabei gelte eine solche Mietbelastung unter Experten bereits als problematisch, so die Wissenschaftler. Insbesondere bei Menschen mit kleineren Einkommen bleibe dann nur noch relativ wenig Geld für die sonstige Lebensführung übrig. Mehr als eine Million Haushalte in den Großstädten müssten sogar gut die Hälfte ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Für etwa 1,3 Millionen Großstadt-Haushalte in Deutschland liege das Resteinkommen damit nach Abzug der Miete sogar unterhalb der Hartz-IV-Regelsätze.

In den 77 untersuchten Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern könne in 54 Kommunen angesichts eines Trends zu wachsenden Bevölkerungszahlen von einem "angespannten Wohnungsmarkt" ausgegangen werden, so die Forscher. Ein großer Mangel herrsche insbesondere an kleineren Wohnungen. Im bundesweiten Durchschnitt liege die Mietbelastung bei 26,8 Prozent, bei einer Bruttokaltmiete von durchschnittlich 7,69 Euro pro Quadratmeter. (dpa)