Landsmannschaft Teutonia

Mensuren als Zeichen der Opferbereitschaft

Scharfe Klingen: Mitglieder der Landsmannschaft präsentieren sich vor dem Treffen in der Bad Godesberger Stadthalle.

BONN. Wo vor wenigen Tagen noch Abiturientinnen in luftigen Ballkleidern herumschwirrten, prägten Herren in schwarzem Tuch das Bild. Die Landsmannschaft Teutonia feierte ihr 170. Stiftungsfest und eröffnete es am Freitagabend mit einem Festkommers in der Godesberger Stadthalle.

Füchse und Burschen aus Bonn, Alte Herren aus weiteren Städten und zahlreiche Vertreter befreundeter Korporationen hatten sich eingefunden. Beherzt und gefühlvoll stimmte man das Volkslied "Die Gedanken sind frei" an.

"Was zeichnet Korporationen aus, dass junge Menschen sich von ihnen angesprochen fühlen?", fragte der Altherrenvorsitzende Klaus Altmannsperger in seiner Ansprache. Als Antwort zählte er die Säulen des landsmannschaftlichen Lebens auf.

Freundschaft, Lebensklugheit, Souveränität und das freundschaftliche Miteinander würden leider nicht durch das Smartphone vermittelt, fügte er hinzu. Tragende Säule sei das "Lernen, Verantwortung zu übernehmen" - und "das Fechten von Mensuren", das zwar oft als unzeitgemäß angeprangert werde, jedoch zusammenschweiße und Opferbereitschaft bekunde.

Die Teutonia wurde 1844 in Bonn gegründet. Sie stellte sich gegen den Alleinvertretungsanspruch der Corps, gegen die Politisierung durch die Burschenschaften und die Verachtung der Nichtkorporierten. Ihr Wahlspruch lautet "neminem time, neminem laede" (fürchte niemanden, kränke niemanden). Diesen Werten fühlen sich die etwa 170 Mitglieder verpflichtet, die einander lebenslang verbunden bleiben. "Die Mitgliedschaft endet erst mit dem Tod", so Philipp Flottmeier, Vorsitzender der Aktivitas.

Einen Blick in die Zukunft warf der Gastredner, Axel Voss (CDU), Mitglied des Europaparlaments, der seine Ansprache mit der Aufforderung abschloss: "Bleiben Sie Europafans, es lohnt sich für die nächste Generation".