Schlossbachschule

Mehrheit lehnt vierte Eingangsklasse ab

RÖTTGEN/ÜCKESDORF. Die Enttäuschung bei der Elternvertretung der Schlossbachschule ist groß. Der Schulausschuss hat dem Antrag auf Errichtung einer vierten Eingangsklasse zum kommenden Schuljahr nicht stattgegeben. Der Entscheidung vorausgegangen war eine lange Debatte zum Schulentwicklungsplan allgemein und speziell zur Lage in Röttgen, bei der zum Teil die Emotionen hochschlugen.

Schulpflegschaftsvorsitzende Michaela Ramirez trug für die Eltern die Gründe vor, warum aus ihrer Sicht ein vierter Zug erforderlich ist. So sei die Schule mit 88 Anmeldungen an ihre Grenzen gestoßen. Selbst wenn fünf Kinder nicht angenommen würden, weil sie (noch) nicht in Röttgen wohnten, ließe diese Anmeldezahl eigentlich einen vierten Zug zu. In ganz Bonn gebe es keine weitere Grundschule, deren drei Züge komplett mit 29 Kindern ausgeschöpft werde, sagte sie. Ihr wichtigstes Argument: Das Neubaugebiet "Am Hölder", das bis Ende des Jahres fertiggestellt sein und Wohnraum für rund 1000 Neubürger bieten soll. "Unser Schule hat genügend Räume. Wir brauchen nur zusätzliche Tische und Stühle und eine Lehrerin", sagte Ramirez.

Ungläubige Blicke erntete Schulamtsleiter Hubert Zelmanski, als er erklärte, bei den aktuellen Anmeldezahlen für die Schlossbachschule handele es sich um einen Ausreißer. Die Schülerzahlen würden in Röttgen wieder sinken, hätten seine Mitarbeiter ermittelt. Das rief Joachim Stamp (FDP) auf den Plan. "Da war wohl ein bisschen Fasteleer im Spiel", meinte er und zog damit den Unmut Zelmanski auf sich. "Das ist eine Unverschämtheit", schimpfte der Amtsleiter. Doch Stamp blieb dabei: Wenn die Stadt wie geplant eine zusätzliche Kita in Röttgen baue, dann seien ganz bestimmt auch zusätzliche Grundschulplätze notwendig.

Während SPD und Linke sich der FDP anschlossen, folgten CDU und Grüne sowie Bürger Bund den Argumenten des Schulamtes, das nicht zuletzt auch aus baulichen Gründen das Anliegen ablehnte. "Jede Klasse, die zusätzlich gebildet wird, geht zu Lasten aller Bonner Bürger", meinte dazu Martin Berg (CDU), woraufhin die Eltern erneut verständnislos den Kopf schüttelten.