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Mehrheit für Margarete Heidler steht

Margarete Heidler arbeitet bei der Unternehmensberatung ifp in Köln.

Margarete Heidler arbeitet bei der Unternehmensberatung ifp in Köln.

Bonn. Die Wahl von Margarete Heidler zur neuen Finanzdezernentin ist so gut wie sicher. Nach einer Vorstellungsrunde in allen Ratsfraktionen am Montagabend spricht sich die Jamaika-Koalition klar für die 51-Jährige aus.

Die Abstimmung im Rat am 22. September wird damit zur Formsache. Kritik am Verfahren kommt jedoch von der Opposition. FDP-Fraktionschef Werner Hümmrich hält Heidler, die in Limburg lebt, für hoch qualifiziert. Sie sei keine Kämmerin, die „zuerst an Steuererhöhungen“ denke, lobt er. Seine Fraktion stehe hinter der Bewerbung.

Zustimmung auch von den Grünen: „Sie hat die Fraktion durch ihre Biografie überzeugt, ihre juristischen und betriebswirtschaftlichen Abschlüsse sowie ihre kommunalpolitische Tätigkeit“, so Fraktionsgeschäftsführer Tom Schmidt. Den Grünen gefällt, dass Heidler früher als OP-Schwester gearbeitet hat. Schmidt: „Das spricht für eine lebenspraktische Einstellung.“

Bürgermeisterin in Heilbronn

Heidler war nach dem Jurastudium Justiziarin an der Uniklinik Freiburg. 2003 wurde sie hauptamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Eningen und wechselte 2007 als Bürgermeisterin nach Heilbronn, wo sie für die Stadtfinanzen zuständig war. 2013 ging sie als Partnerin zur Unternehmensberatung ifp in Köln. Im selben Jahr trat sie aus der CDU aus und ist seitdem parteilos.

Trotzdem lief es für sie am Dienstag auch bei der Bonner CDU gut. „Wir unterstützen ihre Kandidatur einstimmig“, berichtet Fraktionschef Klaus-Peter Gilles. Er betont, dass Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU), selbst langjähriger Kämmerer, die Kandidatin ohne Vorbehalte empfohlen habe. Sridharan hatte gemeinsam mit Hümmrich die Vorauswahl unter mehreren Bewerbern getroffen.

SPD: Das hat ein Geschmäckle

Die SPD spricht deshalb von mangelnder Transparenz. „Wir hätten uns gern selbst ein Bild der anderen Kandidaten gemacht“, kritisiert Fraktionschefin Bärbel Richter. Sie stört auch, dass Heidler aus derselben Personalberatung kommt, die sich vergeblich um den Headhunter-Auftrag für den Kämmererposten bemüht hatte.

Die Firma ifp sucht außerdem im Stadtauftrag Kandidaten für das vakante Sozialdezernat. Richter: „Aus unserer Sicht hat das ein Geschmäckle.“ Die Fraktion berate noch, ob sie Heidler mitwählen werde. Die Linkspartei will auf jeden Fall mit Nein stimmen. Man habe andere Vorstellungen zur Steuerpolitik als die 51-Jährige, begründet Fraktionschef Michael Faber. „Wir akzeptieren kein Verfahren, das einzelnen Fraktionen Sonderzugriff für Spitzenposten einräumt, wie hier wohl der FDP.“

Margarete Heidler will sich erst nach der Ratssitzung öffentlich äußern. Wird sie gewählt, wird sie zum 1. November Bonns neue Kämmerin.