Thema im Planungsausschuss

Mehr Fahrer für Busse und Bahnen in Bonn

Linie 62 am Stadthaus: Im ersten Quartal 2018 sind mehr Fahrstunden der Straßenbahnen ausgefallen als im ganzen Vorjahr.

Symbolfoto.

BONN. Die Hitze im Sommer machte sich auch im Bus- und Bahnverkehr bemerkbar. Die SWB hatten mit einem hohen Krankheitsstand zu kämpfen, die Fahrgäste mit ausgefallenen Fahrten. Nun hat sich die Lage offenbar entspannt.

Jeder, der Bus und Bahn regelmäßig nutzt, weiß ein Lied von den häufigen Ausfällen der Linienfahrzeuge zu singen. In diesem Sommer hatten die Stadtwerke (SWB) wegen der ungewöhnlichen Hitze mit einem hohen Krankenstand beim Fahrpersonal zu kämpfen – die Fahrgäste an den Haltestellen standen sich oftmals die Beine in den Bauch, weil ständig Busse und Bahnen ausfielen. Eine geschlagene Stunde diskutierten am Mittwochabend die Mitglieder des Planungsausschusses über die Frage, wie der Nahverkehr in Bonn wieder verlässlicher werden kann.

Die Ratskoalition aus CDU, Grünen und FDP hatte einen Antrag eingebracht, die Verwaltung solle die von den SWB bereitgestellten Detaildaten zu allen Ausfällen und Verspätungen der Bus- und Bahnlinien aus dem Jahr 2017 und der ersten Hälfte 2018 auch dem Ausschuss zur Verfügung stellen. Frank Thomas (FDP) verwies darauf, dass diese Daten der Politik helfen könnten, besser zu reagieren und Problemen politisch entgegenzusteuern. Der Ausschussvorsitzende Rolf Beu (Grüne) betonte, „neben Fahrpreisen, Barrierefreiheit und Umsteigebeziehungen ist es insbesondere die Zuverlässigkeit bei Bus und Bahn, die den ÖPNV attraktiv macht“. Ständige Ausfälle führten dazu, dass die Leute wieder aufs Auto umstiegen, und das könne nicht im Sinne von Rat und Verwaltung sein. Das sah auch Marcel Schmitt (BBB) so. Er berichtete von eigenen Erlebnissen mit Bus- und Bahnausfällen in den vergangenen Monaten in Bonn, die er akribisch mit Fotos dokumentiert hatte. Die Unterlagen übergab er später dem Ausschussvorsitzenden Beu.

Die SPD kritisierte dagegen den Antrag der Ratsmehrheit. „Der Ausschuss ist doch nicht der Fahrdienstleiter der Stadtwerke“, meinte Gabriel Kunze. „Das kriegen die schon gut allein hin.“ Die SWB sollten besser mit mehr Geld ausgestattet werden, um mehr Fahrzeuge anschaffen und Personal einstellen zu können, sagte der SPD-Politiker.

Anja Wenmakers, Geschäftsführerin von SWB Bus und Bahn, erklärte, zurzeit habe sich die Lage spürbar entspannt. So hätten die SWB Bus und Bahn in den vergangenen Wochen etwa 70 neue Fahrkräfte einstellen können, um die hohe Fluktuation durch Jobwechsel oder Ruhestand auszugleichen. Derzeit beschäftigten die SWB 30 Fahrer mehr als noch im Sommer. Zudem befänden sich weitere Fahrkräfte in der Ausbildung. Ziel sei es, die Fahrer möglichst für Busse und Bahnen zu befähigen, um die Personaleinsätze in Zukunft flexibler gestalten zu können.