Betriebsausfälle häufen sich

Mehr Beschwerden über Busse und Bahnen in Bonn

Linie 62 am Stadthaus: Im ersten Quartal 2018 sind mehr Fahrstunden der Straßenbahnen ausgefallen als im ganzen Vorjahr.

Linie 62 am Stadthaus: Im ersten Quartal 2018 sind mehr Fahrstunden der Straßenbahnen ausgefallen als im ganzen Vorjahr.

Bonn. Die Analyse der Fahrgastresonanz des ersten Jahresquartals der Stadtwerke Bonn liegt vor. Die Verlässlichkeit von Bus und Bahn hat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nachgelassen.

Für den nächsten Planungsausschuss haben die SWB Bus und Bahn die Auswertung der Fahrgastresonanz Bus und Bahn für das erste Quartal 2018 vorgelegt. Demnach schlagen sich die höheren Ausfallzahlen bei Bussen und Bahnen auch bei der Anzahl der Beschwerden nieder.

SWB-Geschäftsführerin Anja Wenmakers begründete diese schlechtere Zuverlässigkeit mit einer Grippewelle, aber auch mit Problemen bei der Suche nach neuem Fahrpersonal, denen die SWB mit einem Online-Bewerbungsportal und offensiver Werbung entgegen treten wollen. Insgesamt haben die SWB in den Monaten Januar bis März bereinigt um Anfragen 2319 Meldungen zu Lob, Kritik und Service aufgenommen (Vorjahreszeitraum 1656 Eingaben). Die meisten seien per Mail oder über die sozialen Netzwerke eingegangen.

Sie bilden allerdings bei rund 23 Millionen beförderten Fahrgästen in dem Zeitraum nur einen kleinen Teil der Kundschaft ab. Dieser starke Anstieg betrifft vornehmlich den Bereich der Pünktlichkeit. Dazu zählen auch die Ausfälle, über die sich mehr Kunden beklagten als über mangelnde Pünktlichkeit. „Hier haben sich die Fahrgasteingaben zu Ausfällen mehr als vervierfacht“, ist in der Verwaltungsvorlage zu lesen: von 201 im ersten Quartal 2017 auf 852 im ersten Quartal dieses Jahres.

Ausfälle haben ein neues Rekordhoch erreicht

Das spiegelt in der Tendenz die tatsächlichen Zahlen zur Leistungsqualität wieder. „Betrachtet man die gemessenen Leistungsdaten kann festgehalten werden, dass sich die Leistungsquote im ersten Quartal erheblich verschlechtert hat und die Ausfälle ein neues Rekordhoch erreicht haben“, schreibt die Stadt.

Die tatsächliche Ausfallquote sei sogar von 0,4 Prozent auf 2,5 Prozent und damit um mehr als das sechsfache angestiegen. Wie berichtet, sind beispielsweise die Straßenbahnen 23 258 Kilometer in den ersten drei Monaten gefahren, 1389 Fahrstunden fielen dagegen aus, mehr als im gesamten Vorjahreszeitraum. Besonders schlimm war die Lage im Februar.

Um die Karnevalstage herum fielen in einem kurzen Zeitraum acht der in die Jahre gekommenen Straßenbahnen gleichzeitig aus. Bei den Straßenbahnlinien 61/62 sind die Beschwerden über Ausfälle tatsächlich mit dem Jahreswechsel kräftig angestiegen. Bei der Linie 66, die über das ehemalige Regierungsviertel fährt, hat die Zahl der Meldungen bereits im Mai vergangenen Jahres zugelegt.

Besonders viele Klagen betreffen die Buslinien 601, 602 (Venusberg-Linien) und 603 (Röttgen, Hauptbahnhof, Pützchen). Da viele Ausfälle in die Hauptverkehrszeiten fielen, seien oft viele Kunden davon betroffen gewesen, schreibt die Stadt, die zumindest positiv bemerkt, dass sich die Pünktlichkeit auf den Buslinien im Vergleich zum Vorjahresquartal beim Großteil der Linien verbessert habe.