Kommentar zur zentralen Leitstelle von City Parkraum

Maschine statt Mensch

Alles auf einen Blick: Die neue Leitstelle der Bonn City Parkraum ist 24 Stunden am Tag besetzt.

Alles auf einen Blick: Die neue Leitstelle der Bonn City Parkraum ist 24 Stunden am Tag besetzt.

Bonn. Die Bonner City Parkraum überwacht ihre Parkhäuser und -garagen seit Dezember über eine zentrale Leitstelle. In den Büroräumen an der Fürstenstraße ist mittlerweile auch ein Kundenzentrum für Fragen und Beratungen eingerichtet.

Als die Post vor einigen Jahren viele Schalter schloss und Briefkasten abbaute, nannte sie das Netzoptimierung und versprach durch die „Terminalisierung“ ihrer Standorte mehr Kundenservice. Die Banken und Sparkassen verkauften die Ausdünnung ihrer Filialnetze mit ähnlich wohlklingenden Worten.

Irgendwie sind diese Sparmaßnahmen, um die es sich ja in Wahrheit handelte, nachzuvollziehen. Denn wer E-Mails statt Briefe verschickt und seine Überweisungen online statt am Kundenschalter tätigt, darf sich über eine solche Entwicklung nicht wundern. Traurig ist dies trotzdem, weil der unmittelbare Kontakt zu Menschen doch durch keine Maschine zu ersetzen ist.

Ein Vergleich zur neuesten Entwicklung in den Parkhäusern der City Parkraum GmbH in der Bonner Innenstadt mag vielleicht hinken. Aber auch dort hat die digitale Welt mit der Einrichtung einer zentralen Leitstelle und die Abschaffung der Wachleute vor Ort jetzt endgültig Einzug gehalten. Mag sein, dass das alles effizienter ist und auch den Kunden einige Vorteile bringt, weil sie bei Problemen die City Parkraum über die Leitstelle nun rund um die Uhr erreichen können. Aber eben halt nur per Knopfdruck – via Gegensprechanlage.

Denn in den Kabäuschen hinter der Glasscheibe sitzt kein Mensch mehr. Zwar versichern die Vertreter der City Parkraum, dass dies der Sicherheit in den Garagen keinen Abbruch tue, weil sie ja trotzdem über Kameras nach wie vor gut bewacht würden und im Notfall auch schnell jemand zur Stelle sei. Aber ein ungutes Gefühl beschleicht einen trotzdem, wenn man, vor allem als Frau, abends in der Dunkelheit mit dem Aufzug zum Beispiel in die Friedensplatzgarage fährt und weiß, da sitzt niemand mehr in der Nähe auf seinem Wachposten. Subjekte Ängste, ja, die objektiv aber einfach da sind.