Vor Bonner Karstadt-Filiale

Markerschütterndes Blöken und blutige Wolle

Aktivisten der Tierschutzorganisation Peta demonstrieren vor der Karstadt-Filiale gegen "blutige Wolle".

BONN. Die Tierschutzorganisation Peta hat am Montag vor der Karstadt-Filiale in Bonn gegen Methoden der Schafschur demonstriert.

Das Blöken vor der Bonner Karstadt-Filiale ist laut und markerschütternd. Es kommt aus einem sogenannten Ghettoblaster und untermalt eine kuriose Szenerie, die sich gestern Nachmittag in der Poststraße abspielt. Drei als Schafe verkleidete Menschen sitzen auf dem Gehweg, zwei von ihnen in einem kleinen Gatter. Auf einem Schemel sitzt eine junge Frau, die ein weiteres "Schaf" schert. Letzteres wehrt und streckt alle viere wild von sich - aus einer "Wunde" blutet es. Auf dem Boden liegt die gewonnene Wolle.

Passanten bleiben mit teils verwunderten und erschrockenen Gesichtern stehen und fragen sich, worauf die Aktion aufmerksam machen soll. Auf einem Schild, das in das Gatter geklemmt ist, steht: "Wolle: Tortur bei der Schur". "Unsere Aktion soll den Verbrauchern zeigen, mit wie viel Tierleid das Tragen von Wolle verbunden ist", erklärt Patrique-Robert Noetzel von der Tierschutzorganisation Peta.

Peta (People for the Ethical Treatment of Animals, deutsch: Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren) ist für seine teils drastischen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen bekannt. "Die Tiere werden massenabgefertigt", sagt Noetzel, "die Arbeiter werden pro Stück bezahlt und haben pro Tier nur ein bis zwei Minuten Zeit - da sind Schnittwunden vorherzusehen". Internationale Enthüllungen über die Wollindustrie von Peta USA belegen, wie brutal mit Schafen umgegangen wird und dass sie schwerste Verletzungen davontragen.

"Ohne Narkose und amateurhaft werden die klaffenden Schnittwunden mit Nadel und Faden zugenäht, strampelnde Tiere werden blutig geschlagen", sagt Peta-Aktivist Noetzel, der in fünf deutschen Großstädten über die "blutige Wolle" vor Karstadt- und Breuninger Filialen aufmerksam macht. Während viele der von Peta angeschriebenen Unternehmen Stellung zu den Recherche-Ergebnissen genommen haben, haben das Karstadt und Breuninger bislang noch nicht getan.

Für Aufsehen sorgte die Aktion in Bonn allemal. Viele Passanten blieben stehen und ließen sich informieren, viele fanden die Darstellung aber auch zu drastisch oder ärgerten sich, dass der Fußweg versperrt wurde.

Mehr zu den Recherchen von Peta unter www.peta.de/wolle