Bonner Kopf

Makeda Michalke ist eine Sängerin mit vielen Talenten

Sängerin Makeda Michalke hat noch viel vor.

Sängerin Makeda Michalke hat noch viel vor.

Bonn. Eineinhalb Jahre lang hat Makeda Michalke im Musical „Bodyguard“ mitgewirkt und dabei auch immer wieder die Hauptrolle übernommen. Damit nicht genug: Jetzt will die 26-jährige Sängerin wieder Songs schreiben.

So langsam kehrt wieder ein wenig Ruhe ein ins Leben von Makeda Michalke. Zeit, um mal wieder durchzuatmen, sich inspirieren zu lassen und um Songs zu schreiben. 18 Monate lang hat die 26-jährige Sängerin im Musical „Bodyguard“ mitgewirkt und dabei auch immer wieder die Hauptrolle übernommen. Seit ein paar Wochen muss sie jedoch nur noch einspringen, wenn Not am Mann ist. „Was zugegebenermaßen bislang fast jedes Wochenende war“, gesteht die charmante Bonnerin lachend im Interview. „Für mich ist das natürlich auf der einen Seite toll, denn ich liebe das Stück und die Erfahrungen, die ich machen durfte. Aber auf der anderen Seite will ich mich doch jetzt wieder mehr auf meine Band Steal A Taxi konzentrieren.“

Steal A Taxi

Für die war 2016 nur bedingt Zeit. „Immerhin haben wir unsere erste kleine Tour gemacht, sind bei 'Musik in den Häusern der Stadt' unterwegs gewesen und haben am Popcamp des Deutschen Musikrats teilgenommen“, berichtet Makeda. „Andererseits ist unser Bassist Carlos Ende 2015 Vater geworden, Martin Schmidt war arbeitstechnisch ganz schön eingespannt, unseren Schlagzeuger mussten wir umbesetzen.“ Und sie selbst war eben mit „Bodyguard“ beschäftigt. „Ja. Diese Chance konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Ich war ja am Anfang unsicher, ob ich überhaupt zum Casting gehen sollte, immerhin bin ich ein absoluter Quereinsteiger. Ich habe ursprünglich BWL studiert und mir danach ein Jahr Zeit gegeben, um meiner Musikleidenschaft nachzugehen.“

Und dann sei sie eben zum Casting für „Bodyguard“ gegangen, auch „wenn so ziemlich alle Umstände“ gegen sie gewesen seien. „Ich hatte die Lieder nur zwei Wochen lang vorbereitet, zwischendrin fünf Konzerte gespielt, meine Stimme war lädiert – da dachte ich schon, das wird eh nichts. Und dann kam ich immer weiter, auch weil das Produzententeam nicht nur darauf geachtet hat, was ich schon kann, sondern überlegt hat, was es mir noch beibringen kann. Dafür bin ich sehr dankbar, denn ich habe wirklich unglaublich viel gelernt“, erklärt sie.

Dies will Makeda nun auch mit ihrer Band umsetzen – und sich gleichzeitig ausprobieren. Neue Songs sollen entstehen, stilistisch vielfältiger als zuvor. „Ich war vor kurzem endlich noch einmal auf Trinidad, der Heimat meiner Mutter“, erzählt Makeda. „Das erste Mal seit 15 Jahren. Ich wollte meinen Wurzeln nachgehen, weil ich mitunter ein wenig damit gehadert habe, kulturell zwischen den Stühlen zu sitzen. Ich habe mich immer irgendwie anders gefühlt, obwohl ich hier geboren wurde und mich als Deutsche verstehe. Mein Besuch in der Karibik hat mir noch einmal die Augen geöffnet. Ich verstehe jetzt besser, woher ich gewisse Verhaltensmuster habe, warum ich so bin, wie ich bin. Das möchte ich gerne auch musikalisch umsetzen.“

Stichwort Authentizität?

„Genau. Aber auch Stichwort Freiheit. Für mich ist Musik genau das, und trotzdem gibt es immer wieder Leute, die einem sagen wollen, was man machen müsse. Es gibt so viele Regeln und noch mehr Schubladen. Da will ich raus.“

Ist Makeda deshalb auch aus dem Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) ausgeschieden? „Letztlich ja. Ich war neugierig, wie frei man bei so einem Wettbewerb als Künstlerin sein kann und bin bis zu einem Punkt gekommen, an dem ich mich fest hätte binden müssen. Aber letztlich habe ich festgestellt, dass das Konzept für mich persönlich so nicht aufgegangen wäre. Ich hätte nicht alles geben können, was ich habe.

Ich bin der Meinung, dass ein Sänger oder eine Sängerin und ein Lied richtig gut harmonieren müssen, und das schien mir damals nicht zu funktionieren. Grundsätzlich hätte es mich aber sehr gereizt, für Deutschland anzutreten, und wenn sich noch einmal die Gelegenheit ergeben sollte und ich mich in dem Konzept wiederfinden könnte, würde ich noch mal überlegen teilzunehmen.“

Und bis dahin?

„Ich habe eigentlich keinen konkreten Plan“, sagt Makeda und lacht. „Mal sehen, wie es mit Steal A Taxi weitergeht – wir sind immerhin in diesem Jahr schon für den Newcomer-Preis des Förderprogramms popNRW nominiert, dürfen dieses Jahr wieder bei den Stadtgartenkonzerten spielen und haben den riesigen Luxus, auch in der Harmonie auftreten zu dürfen. Außerdem überlege ich, ein weiteres Solo-Projekt zu starten, und ich würde auch gerne irgendwie weiter schauspielern und tanzen. Ich bin da ganz entspannt, irgendwas wird sich schon finden.“ Davon ist bei ihr auszugehen.