Kommentar

Magnet am Mülheimer Platz

Bonn. Es dauert vielleicht noch ein wenig, bis es sich herumgesprochen hat. Aber: Das neue Haus der Bildung am Mülheimer Platz ist ein Glücksfall für die Bonner Innenstadt, in der es neben attraktiven Geschäften und Lokalen nun auch reichlich geistige Nahrung gibt. Volkshochschule und Bibliothek unter einem Dach, ansprechende Architektur, moderne Technik und kundenfreundliche Öffnungszeiten auch am Samstag - das ist ein starkes Angebot.

Klar stößt bitter auf, dass die Baukosten unter Regie des Städtischen Gebäudemanagements (erneut) komplett aus dem Ruder gelaufen sind. Für die Bildungshungrigen in dieser Stadt ist das Projekt aber trotzdem ein wahres Geschenk, alles andere als selbstverständlich in dieser Zeit der knappen Gelder. Ohne die Förderung durch das Land NRW hätte Bonn sich das Haus der Bildung nicht leisten können.

Das verbesserte Angebot am zentralen Ort zieht jedoch Konsequenzen nach sich. Schon weil der Personalbedarf im Haus der Bildung groß ist, sind die vom Rat beschlossenen Einschnitte bei den Stadtteilbüchereien unvermeidlich. Wenn sie mit Hilfe von Ehrenamtlern erhalten werden können - wunderbar. Andernfalls gilt: Man kann nicht alles haben, und die Fahrt zum Mülheimer Platz ist von keinem Punkt des Stadtgebiets aus eine Weltreise.