"Mütter für Rentengerechtigkeit"

Mütter übergeben 1000 Unterschriften

Übergabe am Ministerium: (von links) Ulrike Adler, Ulrike Kahlert, Rosemarie Frommer, Ministerialrat Christian Wirth, Welf Dieckfeld und Werner Zien.

BONN. Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren sind, sollen bei der Rentenberechnung nicht länger benachteiligt werden. Mit diesem Anliegen hat die Aktionsgruppe am Freitag dem Bonner Bundesministerium für Arbeit und Soziales 1000 Unterschriften übergeben.

Die Frauen mit den bemalten Protest-Schürzen sind inzwischen nicht nur in Bonn bekannt. Die "Mütter für Rentengerechtigkeit" bekommen auch überregional Aufmerksamkeit. Mütter und auch Väter aus der Aktionsgruppe haben am Freitag am Bonner Bundesministerium für Arbeit und Soziales an der Rochusstraße weitere 1000 Unterschriften für ihre Forderung übergeben: Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren sind, sollen bei der Rentenberechnung nicht länger benachteiligt werden. Ministerialrat Christian Wirtz sagte dazu gestern: "Die Probleme liegen nicht in der Sache, sondern in den Finanzen."

Für Ulrike Adler, eine der Initiatorinnen, geht es darum, "die Lebensleistung der Frauen ein bisschen mehr anzuerkennen". Reich werden die Mütter nämlich nicht, wenn ihnen drei Jahre Erziehungszeit statt bisher einem Jahr pro Kind angerechnet werden.

Im April hatte die Gruppe eine Kopie der ersten 1000 gesammelten Protestunterschriften an die Bundeskanzlerin gesendet. Bislang sei aber nicht mal eine Eingangsbestätigung gekommen. Das Arbeitsministerium habe freundlich geantwortet: "Als Verbesserung für die betroffenen Mütter streben wir die Anrechnung eines zweiten Kindererziehungsjahres an, also eines weiteren Entgeltpunktes für vor 1992 geborene Kinder." Doch das ist den Frauen nicht genug. Mit den nächsten 1000 Unterschriften fahren sie vielleicht gleich nach Berlin.

Mehr: www.muetter-fuer-rentengerechtigkeit.de. Die Gruppe sucht auch eine Mutter, deren Kind am 31.12.1991 geboren wurde.