Kritik nach "Bonn leuchtet"

Mülleimer bei "Bonn leuchtet" zu selten geleert

Zehntausende Besucher kamen zu „Bonn leuchtet“.

Zehntausende Besucher kamen zu „Bonn leuchtet“.

Bonn. Bei „Bonn leuchtet“ quollen die Papierkörbe über, da auch die Geschäftsleute ihren Abfall darin entsorgten. Kritik kam auch vom Veranstalter, Bonn Citymarketing. Der Entsorger Bonnorange gelobt Besserung - schon zum verkaufsoffenen Sonntag am 9. Dezember.

Wenn Zehntausende Besucher in die Bonner Innenstadt strömen, hinterlassen sie eine beträchtliche Menge Müll. Genau so war es auch bei „Bonn leuchtet“ am vergangenen Wochenende. Doch anstatt schnell abgeholt zu werden, stapelte sich der Abfall auf und neben den Papierkörben.

„Das hat nicht gut funktioniert“, sagt Maike Reinhardt vom Bonner Citymarketing, das zur Veranstaltung eingeladen hatte und auch den verkaufsoffenen Sonntag organisierte. Das Problem: Die Mülleimer wurden nicht häufig genug geleert, zudem entsorgten Händler ihren Abfall in den für die Besucher vorgesehenen Tonnen. Und dann kam auch noch deutsche Gründlichkeit hinzu. Bonnorange durfte die städtischen Papierkörbe und die für die Veranstaltung aufgestellten Tonnen nicht zusammen leeren.

Eigentlich war die Müllentsorgung gut geplant. 240 zusätzliche Tonnen waren in der Innenstadt aufgestellt worden. „Laut Vertrag waren die Händler dazu verpflichtet, ihre Umverpackungen wie Kartons wieder mitzunehmen“, erklärt Reinhardt. Doch stattdessen luden sie den Abfall in den Tonnen für Besucher ab. Dementsprechend schnell quollen die Behälter schon beim Streetfood-Festival am Freitag über.

Am Samstagmorgen waren die Tonnen nach der ersten Reinigung zwar leer. Dieser Zustand hielt aber nicht lange an. Denn die Menschenmassen sorgten dafür, dass die Behälter binnen weniger Stunden wieder voll waren. „Deshalb sorgten wir kurzfristig dafür, dass es eine Zwischenleerung für die Veranstaltungstonnen gab“, so Reinhardt. Die Papierkörbe der Stadt Bonn wurden ebenfalls turnusmäßig zweimal geleert. Am Sonntag gab es dann nur noch jeweils eine Tour – bei mindestens genauso vielen Besuchern.

Das Kuriose: Bonnorange war sowohl für die Leerung der Veranstaltungstonnen, als auch für die städtischen Mülleimer zuständig. Das Citymarketing hatte die Firma beauftragt, die Reinigung von „Bonn leuchtet“ zu übernehmen. „In dem einen Fall agieren wir als privatwirtschaftliches Unternehmen, im anderen als kommunaler Dienstleister“, erklärt Jasmin Mangold von Bonnorange. Deswegen sei die Entsorgung „scharf zu trennen“, weil sonst die öffentlichen Müllgebühren mit der privat bezahlten Entsorgung vermischt würden. Soll heißen: Für die zwei Arten von Mülleimern müssen auch zwei verschiedene Kolonnen eingesetzt werden.

Im nächsten Jahr soll die Müllabfuhr besser funktionieren. Citymarketing will für die Händler zusätzliche Container aufstellen und Tonnen häufiger leeren lassen. Auch Bonnorange gelobt Besserung – und zwar schon zum verkaufsoffenen Sonntag am 9. Dezember. „Wir werden mehrere Schichten für die städtischen Papierkörbe einsetzen, damit sie schneller abgeholt werden“, so Mangold.