Abbrucharbeiten bald zu Ende

Lichter an Viktoriabrücke treiben Kosten in die Höhe

Bonn. Die Viktoriabrücke wird mit nun 2,6 Millionen Euro um 750.000 Euro teurer als geplant. Grund ist der geplante Lichterhimmel, der die neue Brücke überspannen soll.

Immer wieder fragen sich Bürger, ob sich an der Viktoriabrücke überhaupt noch etwas tut. Denn wer die Brücke derzeit überquert, bekommt nur selten einen Bauarbeiter zu Gesicht. Doch das täuscht: Nach Auskunft der Stadt Bonn neigen sich die Abbrucharbeiten des nordöstlich gelegenen Brückenteils dem Ende zu. Sie sollen um den 20. April abgeschlossen sein. Ende Mai soll mit dem Neubau der Rampe an der Stelle begonnen werden.

Derweil musste sich der Bau und Vergabeausschuss in seiner jüngsten Sitzung mit einer weniger guten Nachricht befassen: Dort berichtete die Verwaltung über eine Steigerung der Honorarkosten für den Tragwerksplaner um rund 750 000 Euro auf nunmehr rund 2,6 Millionen. Als Grund nennt die Verwaltung den geplanten Lichterbaldachin, der die neue Viktoriabrücke überspannen und sie bei Dunkelheit in ein schöneres Licht tauchen soll.

Obwohl der Rat diesen Lichterhimmel bereits im Sommer 2015 mit Mehrheit bei Enthaltung der Linken beschlossen hatte, seien die zusätzlichen Honorarkosten jetzt entstanden, weil es sich bei der Planung für den Baldachin um eine „besondere Leistung“ handele, heißt es in der nichtöffentlichen Vorlage für die Bau- und Vergabeausschusssitzung. Die Verwaltung hatte damals in der Ratssitzung mit Verweis auf die angespannte Haushaltslage allerdings für eine einfachere Variante ohne Lichterbaldachin plädiert.

Jetzt sei im Zuge der Tragwerksplanung eine Machbarkeitsstudie „zur Untersuchung der Schwingungsanfälligkeit, Gebrauchstauglichkeit und Ermüdungsfestigkeit“ des Baldachins erforderlich geworden. Indes: Bereits kurz nach dem Ratsbeschluss 2015 war vor dem Hintergrund der Entscheidung für diese teurere Variante die Honorarsumme für den Planer von ursprünglich rund 1,2 Millionen Euro schon einmal auf 1,85 Millionen angehoben worden. Die Frage, womit die damalige Steigerung denn begründet worden war, wollte die Stadt Bonn mit Verweis auf die nichtöffentliche Verwaltungsvorlage am Montag nicht beantworten.

Auf die Frage, ob mit der jüngsten Kostensteigerung eine Steigerung der bisher auf 24,6 Millionen Euro kalkulierten Gesamtkosten für den Brückenneubau einhergehe, hieß es aus dem städtischen Presseamt lediglich: „Was das Einhalten des Gesamtkostenrahmens angeht, können wir naturgemäß noch nichts sagen, weil ja der weitaus größte Teil Leistungen noch gar nicht vergeben ist.“ Die Vergabe der wichtigsten Arbeiten soll allerdings bis Ende des Jahres erfolgt sein, dann könnten genauere Angaben zu den Gesamtkosten erfolgen. Offensichtlich hat sich die Verwaltung mit der neuerlichen Erhöhung der Honorarsumme für den Planer nicht leicht getan.

Aus einer weiteren nichtöffentlichen Vorlage für den Ausschuss geht nämlich hervor, es habe sich um eine „schwierige Vertragsgestaltung“ mit dem Planungsbüro gehandelt. Dafür sei eine „wesentliche engere juristische Begleitung“ erforderlich geworden, als ursprünglich geplant gewesen sei. Und weil das „Zusammenwirken mit diesem Planungsbüro auch weiterhin die Einholung von Einschätzungen aus juristischer Sicht“ erfordere, steigen auch hierfür die Kosten: Von ursprünglich veranschlagten 17.000 Euro auf 42.000 Euro.