Phänomen am Himmel

Leuchtende Nachtwolken in der Region zu beobachten

Das ist kein Sonnenuntergang: In einer Pfütze spiegelt sich die Landschaft mit sogenannten leuchtenden Nachtwolken in Brandenburg. Sie sind in manchen klaren Sommernächten als silbern leuchtende Schleier zu sehen. Sie entstehen in etwa 80 bis 85 Kilometern Höhe und bestehen aus kleinen Eiskristallen.

In der nächsten Zeit sollen über Bonn und die Region leuchtende Nachtwolken über den Himmel ziehen.

Bonn. In der nächsten Zeit sollen über Bonn und die Region leuchtende Nachtwolken über den Himmel ziehen. Wie diese Wolken entstehen und wann sie zu sehen sind: Eine Übersicht.

Jedes Jahr um die Sommersonnenwende herum, tritt am Himmel ein seltenes Phänomen auf. Leuchtende silbrig-blaue Wolken sind dann am Nachthimmel zu sehen. Wie Meteorologe Andreas Machalica vom Wetterportal wetter.com erklärt, entstehen diese Wolken in mehr als 80 Kilometern Höhe. Dies sei der kälteste Bereich der Erdatmosphäre, die sogenannte Mesopause.

Die Temperaturen liegen dort derzeit bei rund minus 120 Grad, so Machalica. Die geringe Feuchtigkeit friere zu Eiskristallen und dadurch bildeten sich Wolken. Wenn dann die Sonne zwischen sechs und 16 Grad unter dem Horizont steht, werden diese Eiskristalle angestrahlt, während der Rest des Himmels dunkel ist.

Laut Machalica sind die leuchtenden Nachtwolken am besten zwischen dem 50. und 60. Breitengrad sichtbar. Grob gesagt ist das der Raum zwischen Frankfurt und Oslo in Norwegen. Die Phänomene treten in den vergangenen Jahren immer häufiger auf. Gründe sind möglicherweise der Klimawandel und die erhöhte Methankonzentration in der Mesopause. Allerdings sind die Wolken noch nicht ausreichend erforscht.

Das Phänomen soll auch in Bonn sichtbar sein. Wie der Bonner Meteorologe Karsten Brandt vom Wetterportal donnerwetter.de erklärt, treten die Wolken in den Monaten Juni und Juli auf. Sie setzten sich unter anderem aus vulkanischem Material und Meteoritenstaub zusammen. Im Juni und Juli ist die Zirkulation demnach besonders günstig und die Sonne steht optimal um diese Wolken anzustrahlen.

Oft würden die Wolken aber auch mit Schleierwolken verwechselt. Diese seien aber niedriger angesiedelt. "Am besten kann man die Wolken beispielsweise im Siebengebirge, auf dem Petersberg, am Ennertsportplatz, in Nierderholtorf oder in der Eifel beobachten. Überall da, wo es möglichst wenig Fremdlicht gibt und die Orte von Licht abgeschirmt sind.", sagt Brandt. "Man sollte sich aber nicht von im Netz kursierenden Fotos täuschen lassen. Dort wirken die Wolken meist sehr hell. In Wirklichkeit leuchten sie aber nur schwach."

Die perfekte Uhrzeit zur Beobachtung ist jeweils ein bis zwei Stunden vor Sonnenauf- oder nach Sonnenuntergang. "Zwischen 22 Uhr und Mitternacht oder ab 3 Uhr stehen die Chancen gut. Dann stehe die Sonne in etwa zehn Grad unter dem Horizont", empfiehlt Karsten Brandt.