Neues Eltern-Kind-Zentrum

Lang erhoffter Spatenstich

Spatenstich für Eltern-Kind-Zentrum Uniklinikum: Dekan Nicolas Wernert, Ulrich Gembruch, Wolfgang Holzgreve, Mathias Richter vom NRW-Wissenschaftsministerium, Margie Kinsky, Uni-Rektor Michael Hoch, Armin Welz und Johannes Breuer.

Spatenstich für Eltern-Kind-Zentrum Uniklinikum: Dekan Nicolas Wernert, Ulrich Gembruch, Wolfgang Holzgreve, Mathias Richter vom NRW-Wissenschaftsministerium, Margie Kinsky, Uni-Rektor Michael Hoch, Armin Welz und Johannes Breuer.

BONN. Das Universitätsklinikum hat zum ersten Spatenstich des neuen Eltern-Kind-Zentrums eingeladen. Ende 2018 soll der Umzug der heutigen Kinderklinik an der Adenauerallee auf den Venusberg erfolgen. Damit geht ein lange gehegter Traum in Erfüllung.

Es wurde schon mehrere Male in Angriff genommen und anschließend immer wieder verworfen wurde: die medizinische Versorgung von Eltern und Kindern unter einem Dach. Holzgreve sprach das auch unumwunden an: „Das Elki kommt eigentlich viel zu spät“, sagte er während der Feierstunde.

Damit erinnerte er an die lange und wechselvolle Geschichte der Kinderklinik an der Adenauerallee, die planmäßig im Dezember 2018 nach der Fertigstellung des Neubaus am jetzigen Standort ausziehen soll. Der Umzug der Kinderklinik in das heute teils unter Denkmalschutz stehende Anwesen erfolgte zwar erst 1950, aber schon seit 1856 entstanden in der Nähe die ersten poliklinischen Strukturen für Kinder, das Fach Kinderheilkunde gab es an der Universität erst 30 Jahre später.

Es folgten eine Kinderstation (1891), eine Säuglingsstation (1901), einer von Stadt und Uni getragenen Kinderklinik namens Helenen-Hospital (1924) und schließlich die Zerstörung 1944 zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Fünf Jahre zuvor verhinderte der Beginn des Krieges die Ansiedlung des Uniklinikums samt Kinderabteilung im Melbtal. Die heutige Verkehrssituation auf dem Venusberg wäre wohl deutlich entspannter, wenn es zu diesem Schritt gekommen wäre. Schon in der 70er Jahren gab es laut der Sprecherin des Universitätsklinikums, Magdalena Nitz, Pläne, die Kinderklinik hoch an die Sigmund-Freud-Straße zu verlagern, aber die finanziellen Mittel fehlten. In den 1990er Jahren machte der Hauptstadtumzugsbeschluss dem Klinikum einen Strich durch die Rechnung. Der Bund hatte zuvor Interesse an einem Ankauf des sehr schön gelegenen Areals gezeigt.

Gerade diese wunderbare Lage mit dem Garten zum Rheinufer hin war es, die nicht eben wenige Mitarbeiter zu Befürwortern des Standorts „Adenauerallee“ machten. Zu ihnen gehörte lange auch Mechthild Sticker. „Heute sage ich zu einem gemeinsamen Standort: Sobald wie möglich“, erklärt die Krankenschwester, die seit 18 Jahren in der Kinderklinik arbeitet. Es seien nicht nur die 20 000 Fahrten im Jahr, um Eltern und Kinder zusammenzubringen, die man einspart. Auch nicht die 40 Millionen Euro jährlich, die das Uniklinikum in die alte Kinderklinik investieren müsse. „Die Entwicklungen in der Medizin machen es notwendig, dass wir alle zu einem großen Team zusammenwachsen müssen“, sagt Sticker.

Die „Zerrissenheit“ der Abteilungen sei nicht mehr zeitgemäß. Zurzeit sind die Allgemeine Pädiatrie, die Kinderkardiologie und die Onkologie im Tal untergebracht. Das Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde dagegen liegt auf dem Berg. „Die Betreuung der Schwangeren, Wöchnerinnen und ihrer ungeborenen Kinder kann künftig jederzeit im engsten Kontakt mit allen Fachdisziplinen der Kinderheilkunde erfolgen“, fasste Ulrich Gembruch, Direktor der Abteilung Geburtshilfe zusammen. Damit schafft der öffentlich-rechtliche Träger das, was die zum Asklepios-Konzern gehörende Kinderklinik in Sankt Augustin schon lange im Angebot hat, wenn beide Häuser auch ganz unterschiedliche Strukturen haben.

Und was geschieht mit dem jetzigen Areal in bester Lage? Noch steht das nicht fest. Es gehört dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) und damit dem Land Nordrhein-Westfalen. Nach Auskunft der stellvertretenden Leiterin der Niederlassung Köln, Heike Blohm-Schröder, wolle man sich mit dem Uniklinikum demnächst zusammensetzen, um zu sehen, wie es weitergehen kann. Der Bedarf sei sicherheitshalber bis 2019 angemeldet. „Das Land hat durchaus eigene Bedarfe. Wir müssen also schauen, ob sich die Liegenschaft für einen solch eigenen Bedarf eignet“, sagt Blohm-Schröder.