Sicherheit in der Region Bonn

LKA errechnet, wie wahrscheinlich ein Einbruch ist

Die Einbrecher waren durch ein Fenster im Chemieraum eingestiegen.

Die Einbrecher waren durch ein Fenster im Chemieraum eingestiegen.

Bonn. Bei einer Veranstaltung von IHK und Städtebund haben Sicherheitsexperten Konzepte gegen Straftaten vorgestellt. Das Landeskriminalamt stellte datengestützte Kriminalprävention vor.

Dass die Stadt Bonn im vergangenen Jahr zu den NRW-Städten gehörte, die die meisten Wohnungseinbrüche zu verzeichnen hatte, wollte Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa so nicht stehen lassen. „Das war 2013. In den letzten Jahren ist es gelungen, die Fallzahlen um 25 Prozent zu senken.“ Die Quote, bei der der Einbruch im Versuch stecken bleibe, liege bei 53 Prozent – „ein Spitzenwert“, der auch ihrem Präventionsteam zu verdanken sei. Soweit die Zahlen.

Was die „gefühlte Sicherheit“ angeht, räumte Brohl-Sowa ein, „ist das etwas, was mich intensiv beschäftigt“. 74 Prozent der Befragten einer GA-Umfrage hatten das Thema Sicherheit als für sie wichtig eingestuft. Gut die Hälfte erwartet eine weitere Verschlechterung der Lage – oft zitierte Zahlen bei der Veranstaltung „Mehr Sicherheit für Bürger und Wirtschaft“ am Dienstagnachmittag auf Einladung von Industrie- und Handelskammer und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund für geladene Gäste.

Im IHK-Haus gab es Erklärungsversuche für diese offenkundig den Bürgern unter den Nägeln brennende Thema. „Ist es Angst vor Terror, Angst vor den Flüchtlingen oder die Angst davor, nicht mehr auf der Insel der Glückseligen zu leben?“, fragte Gerd Landsberg vom Städte- und Gemeindebund – ähnlich wie Brohl-Sowa.

"Heidelberger Schlossprämie"

Vor allem ging es aber um die Frage, mit welchen Mitteln Einbrüche wirksamer bekämpft werden können. Martin Boll vom Polizeipräsidium Mannheim/Heidelberg berichtete von der „Heidelberger Schlossprämie“.

Seit März 2015 können Bürger dort einen Zuschuss von bis zu 25 Prozent auf mechanische Nachrüstungen zum Einbruchsschutz beantragen. Die Polizei berät, die Stadt zahlt. 181 Förderanträge stellten die Heidelberger im vergangenen Jahr, 212 000 Euro zahlte die Stadt. „Gemeinsam mit zwei anderen Präventionsprojekten konnten wir die Einbruchsquote enorm senken“, erklärte Boll.

Interessant auch die Ausführungen Joachim Eschemanns aus dem Landeskriminalamt Düsseldorf zu Chancen datengestützter Kriminalprävention. In Köln und Duisburg errechnen die Kriminalisten bereits anhand von Informationen wie Verkehrsanbindung, Kaufkraft der Einwohner oder Geschäftsaufkommen, wie wahrscheinlich ein Einbruch in einem Viertel ist und setzen Polizeistreifen entsprechend ein.

Das Projekt soll auf weitere Städte übertragen werden, Bonn wurde nicht genannt. Es war Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster, der betonte, „wir müssen auch im ländlichen Raum Polizeipräsenz zeigen“. In der Vergangenheit habe NRW zugunsten der Städte nicht nur Polizisten, sondern auch Dienstfahrzeuge in den Kreisen gestrichen.