Alle Standplätze vergeben

Lücken auf dem Bonner Markt schließen sich

Obst und Gemüse gehören seit jeher zum Angebot, das Marktbeschicker ihren Kunden auf dem Bonner Wochenmarkt offerieren.

Obst und Gemüse gehören seit jeher zum Angebot, das Marktbeschicker ihren Kunden auf dem Bonner Wochenmarkt offerieren.

Bonn. Das Interesse der Händler an einem Standplatz vor dem Alten Rathaus ist gewachsen. Anders als noch vor einem Jahr meldet die Marktgilde, dass derzeit alle Standplätze vergeben sind.

Mit dem schöneren Wetter wird auch das Angebot an den Ständen auf den Wochenmärkten in der Bonner Innenstadt und den Stadtbezirken vielfältiger und bunter. Für den größten Wochenmarkt vor dem Alten Rathaus gibt es zudem eine gute Nachricht: Offensichtlich hat er bei den Händeln an Beliebtheit wieder zugenommen, denn anders als noch vor einem Jahr, meldet die GMD Marktgilde, die den Wochenmarkt am Alten Rathaus seit 2008 im Auftrag der Stadt managt, dass derzeit alle Standplätze vergeben seien.

Heißt: Die Lücken, die vor allem im Winter, wenn es draußen friert, in den Gängen klaffen, sind wieder geschlossen. „Wir sind froh, dass wir mit Familie Kiwan außerdem eine Händlerfamilie gefunden haben, die ab sofort Biogemüse und Bioobst anbietet“, sagt Marktleiterin Inge Hankammer von der Marktgilde. Damit sei ein langgehegter Wunsch vieler Kunden in Erfüllung gegangen. Das neue Angebot sieht Hankammer auch nicht als Konkurrenz zum Ökomarkt, den laut Stadt Bonn die AgrarKonzept GmbH aus Köln organisiert. Er steht mittwochs und samstags jeweils von 8 bis 14 Uhr normalerweise vor dem Bonner Münster, wegen der Sanierungsarbeiten an der Basilika ist er vorübergehend auf den Platz vor der Kaiserpassage umgezogen.

Auf die Frage, warum man beide Märkte nicht zusammenführt, meint Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann, es seien zwei verschiedene Marktveranstalter mit unterschiedlichen Konzepten, die beide ihre Berechtigung hätten und von der Bevölkerung entsprechend nachgefragt würden.

Große Beliebtheit bei den Bürgern

Bei beiden Märkten ist die Stadt außen vor, wenn es um die Vergabe der Standplätze geht. „Das entscheiden die jeweiligen Dritt-Veranstalter über die Beschickung. Die anderen Märkte werden durch das Leistungszentrum Märkte innerhalb der Stadtverwaltung verwaltet“, erklärt Hoffmann. Aus Sicht der Stadt habe sich die Organisation der beiden Märkte in der Innenstadt durch Fremdveranstalter auch bewährt. „Der Bonner Wochenmarkt erfreut sich bei den Bürgern nach wie vor großer Beliebtheit.

Mit der DMG Marktgilde gibt es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“, so Hoffmann. Wie Hankammer sieht auch die Stadtverwaltung die Entwicklung derzeit positiv. Hoffmann: „Die Qualität des Warenangebotes ist sehr gut und die neue Verweilzone mit diversen kulinarischen Angeboten wird von den Kunden sehr gut angenommen.“

Paolo Granatella ist unter die Marktbeschicker gegangen

Zu den „Neuen“ auf dem Bonner Markt gehören laut Hankammer auch ein Imbissstand mit argentinischen Spezialitäten sowie Waltraud Fazio und Volker Luckenbach, die seit gut zwei Monaten donnerstags und samstags im Schatten des Alten Rathauses Fleisch von selbstgezüchteten Schweinen der Rasse „Bunte Bentheimer“ in Bioqualität verkaufen.

Und auch ein vielen Bonnern bekanntes Gesicht ist dieses Jahr unter die Marktbeschicker gegangen: Paolo Granatella (56), Chef des Ristorante „Pastarotti“ auf dem Brüser Berg und „Corpskoch“ bei den Bonner Stadtsoldaten. Zurzeit weilt der gebürtige Sizilianer mit seiner Familie in seinem Heimatland in Urlaub, berichtet Hankammer, aber in wenigen Tagen werde der quirlige Gastronom in seinem 64 Jahre alten, türkisfarbenen Mobil – ein Citroën AY – wieder italienische Kaffee- und Paninispezialitäten anbieten. Granatella hat den Standplatz eines Kaffeeverkäufers aus Münster eingenommen, den Hankammer nur ungerne hatte ziehen lassen. „Er hat auch guten Kaffee verkauft. Aber auf Dauer war ihm die weite Anfahrt zu lästig. Dafür habe ich Verständnis.“

Kunden sind mit aktueller Situation zufrieden

Offensichtlich zufrieden sind auch viele Kunden mit der aktuellen Situation auf dem Bonner Markt. „Das Obst und Gemüse hat eigentlich meistens eine gute Qualität, das war früher nicht immer so“, erinnert sich Ilse Kraemer (72) aus Tannenbusch. „Wir haben schon lange keine Beschwerden von Kunden erhalten“, freut sich Hankammer über das Lob. Auch die beiden Studenten Oliver (22) und Peer (23) kommen gerne auf den Marktplatz. „Hier kann man mittags immer etwas für kleines Geld zu Essen bekommen. Und das Angebot ist außerdem noch groß “, sagt Oliver.

An diesem Mittwoch bleibt auf dem Bonner Markt allerdings die Küche kalt: Die Komba-Gewerkschaft hält im Zuge des Warnstreiks dort vor rund 7000 erwarteten Demonstranten ihre Kundgebung ab, die Händler bleiben da lieber zu Hause. An diesem Samstag müssen sie wegen des Post-Marathons erneut auf ihren angestammten Ort verzichten, stattdessen werden sie ihre Stände am Bottlerplatz aufschlagen.