Folgen von Hitze und Trockenheit

Lässt die Hitze Bonn stinken?

Bonn. Bonn erlebt einen der heißesten Juli-Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1895. Das hat allerdings auch einen faden Beigeschmack: In Bonn müffelt es vereinzelt.

Eine Brise fauligen Kloakengeruchs weht dieser Tage hin und wieder über den Platz vorm Frankenbad. Woher kommt dieser Geruch, den Bonner vereinzelt wahrnehmen?

"Bisher wurden der Kanalunterhaltung keinerlei Beschwerden gemeldet. Die Temperaturen im Kanal bleiben im Jahresverlauf relativ konstant, sodass mögliche Fäulnisprozesse auch in den Sommermonaten nicht schneller vonstattengehen als im Winter", erklärt Markus Schmitz aus dem städtischen Presseamt auf GA-Anfrage. Während längerer Trockenperioden käme es zwar zu etwas mehr Feststoffablagerungen im Kanalnetz, das führe aber nur sehr selten zu Geruchsbelästigungen.

Das Bonner Abwasser wird im Mischsystem, also Schmutz- und Regenwasser gemeinsam, zu den Kläranlagen transportiert. Anfällig für Geruchsbildungen sind laut Stadt in der Regel Kanalabschnitte, in denen das Abwasser länger steht oder nur sehr langsam fließt, wie etwa vor Pumpwerken oder in Abschnitten mit geringem Gefälle.

Putzeimer nicht in Sinkkästen entleeren

Lange Trockenphasen wie es sie im Sommer gibt, führen dazu, dass das Wasser in den Sinkkästen - Gullys und Straßeneinläufe - sehr lange steht. Schmitz: "Wenn dann Putzwasser in den Sinkkasten geschüttet wird, können sich die darin enthaltenen Tenside bei höheren Außentemperaturen und längeren Standzeiten zersetzen, was zu unangenehmen Gerüchen führt." Die Stadt appelliert daher an die Bonner, das Entleeren von Putzeimern in Sinkkästen grundsätzlich, aber vor allem in den Sommermonaten zu vermeiden.

Wann werden die Kanäle gereinigt?

Normalerweise werden die Kanäle nach einem festen Spülplan gereinigt. Dieser soll sicherstellen, dass es im Bonner Kanalnetz zu den geringst möglichen Ablagerungen und Verstopfungen kommt, die den Abfluss behindern oder Gerüche verursachen. Dafür werden nach Angaben der Stadt verschiedene Randbedingungen wie hydraulische Auslastung, Ablagerungsgrad, Gefälle und Zustand des Kanals berücksichtigt.

Sonderreinigungen können etwa aufgrund von Bürgermitteilungen anfallen, zum Beispiel bei Geruchsbelästigung oder Vestopfungen. Die entsprechende Anlaufstelle ist auf der Webseite der Stadt Bonn zu finden. Gravierende Geruchsbelästigungen können außerdem unter folgenden Telefonnummern der Kanalunterhaltung des Tiefbauamtes gemeldet werden:

  • Für die Stadtbezirke Bonn und Hardtberg: 775435 oder 775436
  • Für den Stadtbezirk Bad Godesberg: 775980
  • Für den Stadtbezirk Beuel: 775433

Ansonsten bleibt für diejenigen, die aktuell Gestank in Bonn wahrnehmen, nur eins: Nase zu und durch. Die Stadt jedenfalls gibt Entwarnung: "Geruchsprobleme werden auch in den nächsten Wochen nicht erwartet, selbst wenn es weiter so trocken bleiben sollte", erklärt Schmitz.