Schlechter Zustand

Kupferdach der Beethovenhalle wird entfernt

Auf dem Dach der Beethovenhalle

Auf dem Dach der Beethovenhalle

Bonn. Die Sanierung der Beethovenhalle ist im vollen Gange: Zurzeit wird das Kupfer auf dem Dach Stück für Stück entfernt. Die Stadt Bonn gewährte am Freitagmorgen Journalisten in luftiger Höhe einen Blick auf die laufenden Arbeiten.

Die Sanierung der Beethovenhalle ist im vollen Gange: Mit einer der wichtigsten Bausteine ist die Instandsetzung des Daches. Dort entfernen die Bauarbeiter zurzeit Stück für Stück die Kupferbleche, mit denen das Dach samt Kuppel verkleidet ist und die sich in einem schlechten Zustand befinden. Das Städtische Gebäudemanagement (SGB) gewährte Journalisten am Freitagmorgen in schwindelerregender Höhe einen Blick auf die Arbeiten.

Bauzäune rund um das Außengelände der Beethovenhalle verhindern, dass ungebetene Gäste das Gelände betreten. Durch eine Sicherheitstür geht es zunächst zu den Baucontainern, wo die Medienvertreter mit Arbeitsschuhen und Helmen ausgestattet werden. Sicherheit geht vor. Allerdings gibt es die Schuhe erst ab Größe 40. Wer kleinere Füße hat, was bei den meisten Frauen der Fall ist, gerät beim Gehen ins Schwimmen.

Marion Duisberg, stellvertretende Leiterin des SGB, und Bauleiter Nicolai Wienzoschek führen die Medienvertreter zunächst in das Gebäude, wo sich seit Beginn der Räumung der Beethovenhalle vor zehn Monaten einiges getan hat. Der große Saal ist inzwischen komplett eingerüstet und die Holzvertäfelung abgenommen. Sie wird vollständig saniert und später wieder an die Wände angebracht, erklärt Duisberg. Der schadstoffbelastete Fußboden ist herausgerissen und muss erneuert werden. Überall wird geklopft und gebohrt. Besonders aufwendig: die Sanierung der alten, mit Asbest ausgekleideten Lüftungsrohre – 60 an der Zahl, erklärt Duisberg.

Im Foyer macht Wienzoschek auf die Decken aufmerksam: Sie waren vorher allesamt abgehängt und geben, nun freigelegt, die ursprüngliche, vom Architekten Siegfried Wolske geplante schräge Kubatur der Decken wieder. „Jetzt versteht man die gesamte Architektur der Beethovenhalle besser“, meint Bauleiter Wienzoschek. Auch erkennt man an den oberen Kanten der Decken die einstige Farbgebung der Wände, die in Grün, Gelb und einem lichten Blau gehalten waren. Auf den Toiletten, inzwischen entkernt, entdeckt man unter dem späteren rostroten Anstrich ein kräftiges Rosa.

„So soll alles wieder aussehen“, erklärt Duisberg. Die notwendige Modernisierung der gesamten Technik im Haus, die Arbeiten für die energetische Sanierung sowie für die Verbesserung der Klimatisierung und der Akustik im großen Saal sollen in die denkmalgerechte Sanierung integriert und möglichst nicht sichtbar sein, sagt sie.

Dann geht es vorbei an zahlreichen Containern, die bis oben hin mit Bauschutt gefüllt sind, über eine Bautreppe auf das Dach, das 25 Meter bis zur Kuppelspitze misst. Mehr als 7000 Quadratmeter Dachfläche müssen die Bauarbeiter aufschlitzen und die Kupferscheiben nach unten transportieren. Das Dach soll später wieder mit Kupfer verkleidet werden. „Es wird anfangs rötlich glänzen und im Laufe der Jahre aber, wie das alte Dach jetzt auch, von Grünspan überzogen sein“, erläutert Wienzoschek.

Mit der denkmalgerechten Instandsetzung und Modernisierung der Beethovenhalle hat das Städtische Gebäudemanagement vor zehn Monaten begonnen. Zunächst war das komplette Inventar ausgeräumt und eingelagert worden. Die Geländer, Säulen und Treppenaufgänge sowie das Kunstwerk an der Vorderfront zum großen Saal sind mit Decken und Holzverkleidungen vor Schmutz und Staub geschützt.

Mehr als 60 Gewerke und bis zu 350 Bauarbeiter werden in die Instandsetzung und Modernisierung der denkmalgeschützten Halle eingebunden, sagt Wienzoschek. Die Kostenprognose für das Sanierungsprojekt (ohne Außenanlagen), die im Februar noch bei 61 Millionen Euro lag, ist mittlerweile auf 70,6 Millionen Euro geklettert.

Sah es vor einigen Monaten noch so aus, dass der geplante Fertigstellungstermin Ende 2018 wohl deutlich überschritten werden würde, so hofft die Stadt Bonn zurzeit wieder, das Ziel der Fertigstellung bis Ende 2018 erreichen zu können. Lediglich das Studio, das mit Hilfe einer Fünf-Millionen-Spende der Sparkasse Köln-Bonn in einen Kammermusiksaal umgewandelt werden soll, wird voraussichtlich erst im Frühjahr 2019 in Betrieb genommen werden können, so die Stadt.

In den kommenden Wochen soll ein überarbeiteter Zeitplan auf dem Tisch liegen. Die Einhaltung des Termins ist deshalb so wichtig, weil bis zum Beethovenjubiläum 2020 die Akustik im Saal einjustiert sein muss und dafür ein langer Vorlauf nötig ist.

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