365-Euro-Ticket

Kritik an fehlender Werbung für Bonner Klimaticket

Für das 365-Euro-Ticket gingen am Montag laut SWB 160 Bestellungen per Mail ein.

Rund 3000 Klimatickets wurden bisher verkauft.

Bonn. Der Verkauf des neuen Klimatickets in Bonn läuft schleppend. Von insgesamt 17.000 verfügbaren Tickets wurden bisher nur rund 3000 verkauft. Laut des örtlichen Verkehrsclubs (VCD) mangelt es an Werbung. Die Stadtwerke widersprechen.

Die Stadtwerke Bonn widersprechen Äußerungen des örtlichen Verkehrsclubs, dass keine Werbekampagne für das sogenannte 365-Euro-Ticket geplant sei. Wie Georg Bechthold, Abteilungsleiter Marketing bei SWB Bus und Bahn, auf Anfrage mitteilte, wollen sich Stadtwerke und Stadt in der kommenden Woche über letzte Details für das Marketing abstimmen.

Bechthold geht davon aus, dass dann Ende Februar die Umsetzung beginnen kann. Die Ideen zielten vor allem darauf ab, Autofahrer auf das preiswertere Angebot aufmerksam zu machen. Als Beispiel nannte er Außenwerbung auf den Fahrzeugen der Stadtwerke, die kreuz und quer durch die ganz Bonn fahren. Werben wolle man auch über die verschiedenen Apps, die die städtischen Verkehrsbetriebe im Portfolio hätten. Außerdem werde man sich auf das Stadtgebiet beschränken.

Ticket nur für Neukunden

Nach bisherigem Stand haben die SWB rund 3000 Klimatickets verkauft. Vor Weihnachten - kurz nach dem Start - waren es etwa 1200. Bechthold ist guter Dinge, dass die insgesamt 17 000 Tickets Käufer finden werden. Das Klimaticket für umgerechnet einen Euro pro Tag ist Teil des auf zwei Jahre begrenzten Bundesförderprojekts Lead City. Vom Bund gibt es dafür insgesamt knapp 38 Millionen Euro für günstigere Tickets, Taktverdichtungen und Mobilitätsberatungen für Unternehmen.

Das 365-Euro-Ticket können allerdings nur Neukunden beantragen, die seit mindestens einem Jahr kein Abonnement mehr bei den SWB haben. Außerdem ist es auf das Bonner Stadtgebiet beschränkt. Hintergrund dieser Einschränkungen sind nicht nur das gedeckelte Fördergeld, das für den Umstieg von Bestandskunden nicht ausreichen würde. Durch den Fokus auf die Bonner Grenzen erhofft sich die Stadt eine bessere Evaluierung. Für Herbst 2020 ist eine Analyse der verschiedenen Projekte angesetzt, aus der hervorgehen soll, welche Wirkung sie entfaltet haben.

Lead City wird in vier weiteren deutschen Städten gleichzeitig mit verschiedenen Ansätzen durchgeführt. Ziel ist es, effektive Maßnahmen zu finden, um die Luftqualität in Städten zu verbessern.