Kommentar zum Tausendfüßler in Bonn

Koordination ist alles

Schon jetzt stützen Stahlschienen den Unterbau des Tausendfüßlers, um die Betonwanne zu stabilisieren.

Schon jetzt stützen Stahlschienen den Unterbau des Tausendfüßlers, um die Betonwanne zu stabilisieren.

Bonn. Die Autobahn 565 ist die wichtigste und sensibelste Verkehrsader der Stadt. Dass während der Bauzeit von bis zu sieben Jahren kein Nadelöhr entsteht, kann sich unser Kommentator kaum vorstellen.

Der Landesbetrieb Straßen NRW geht jetzt in die Offensive, um über den Neubau des Bonner Tausendfüßlers zu informieren. Die Infomesse im Stadthaus in der kommenden Woche ist eine gute Idee, um Autofahrer und alle anderen Betroffenen bei dem hochsensiblen Verkehrsthema mit ins Boot zu holen. Und zwar früh genug.

Denn die Autobahn A 565 ist die wichtigste Verkehrsader der Stadt. Und die sensibelste. Sobald sich dort nur ein kleiner Unfall ereignet oder ein Auto mit Panne am Randstreifen steht, bricht in Bonn der Verkehr zusammen.

Da kann man eigentlich kaum glauben, dass während der gesamten Bauzeit von immerhin bis zu sieben Jahren kein Nadelöhr entstehen soll: Geplant ist, dass es – wie bisher – vier Fahrspuren gibt. Das lässt aufatmen. Trotzdem wird es immer wieder zu Staus kommen.

Denn die Streckenführung wird hier und da verschwenkt sein und sich alle paar Wochen auch mal ändern. Auch die Reduzierung auf Tempo 60 wird zur Folge haben, dass es nicht immer zügig vorangeht. In Stoßzeiten wird diese Geschwindigkeit aber auch schon heute längst nicht erreicht.

Nun heißt es Augen zu und durch. Denn ohne das Mammutprojekt wird sich an den Bonner Verkehrsverhältnissen nichts zum Positiven ändern. Im Gegenteil. Ab 2022 könnte eine Sperrung des kilometerlangen Brückenbaus drohen – mit unvorhersehbaren Folgen. Das will niemand.

Das Wichtigste ist nun eine vernünftige Planung und Koordination mit allen anderen Baustellen im Umfeld. Auch da wird es sich nicht vermeiden lassen, dass es hier und da mal knirscht. Hauptsache, betroffene Verkehrsteilnehmer können sich früh genug darauf einstellen. Und das scheint der Fall zu sein.