Ehrenamtskarten überreicht

Kleine Belohnung für große Mühe

20 engagierte Bonner erhalten die Ehrenamtskarte: Dabei sind unter anderem (von links) Michael Bialdyga, Gerold Walter von Waltersheim, Hannelore Fuchs und Francisco Lahora.

BONN. Fünf Tage die Woche steht Francisco Lahora auf dem Fußballplatz. Als Trainer der C-Jugend beim 1. FC Bonn und als Schiedsrichter für die A-Jugend-Verbandsliga und die Kreisliga A.

Mit seinen 17 Jahren war er gestern Abend der jüngste der 20 Ehrenamtlichen, die im Alten Rathaus die Ehrenamtskarte von OB Jürgen Nimptsch und Familiendezernentin Angelika Maria Wahrheit überreichte bekam. Zwölf Ehrenamtskarten hatte man bereits einen Tag zuvor den Helfern vom Haus der Frauengeschichte verliehen. Ohne ehrenamtliche Arbeit wäre es nicht möglich, das Haus zu betreiben.

"Ihr alle sorgt dafür, dass der Herzschlag der Stadt so stark ist", lobte Nimptsch. Die Ehrenamtskarte, durch die man beispielsweise Museen oder Kinos zum reduzierten Preis besuchen kann, sei da eine kleine Wiedergutmachung für die Anstrengungen.

Anstrengungen, bei denen es manchmal um Leben und Tod geht. Wie bei Gerold Walter von Waltersheim, der den Verein Lighthouse als Sterbebegleiter unterstützt. "Wir sind für die Menschen da, wenn sie von allen anderen alleine gelassen werden", sagt von Waltersheim. Am Sterbebett hält er dann die Hand, spricht mit den Menschen und nimmt ihnen die Angst. "Man spürt das richtig, wenn der Sensenmann kommt." Der Umgang mit dem Tod mache es schwer, Ehrenamtliche für die Sterbebegleitung zu finden.

Insgesamt 860 Ehrenamtskarten hat die Freiwilligenagentur Bonn bisher vergeben. Eine nahm auch Michael Bialdyga von Deutschland hilft in Empfang. Bei der humanitärem Organisation, die ihren Hauptsitz in Bonn hat und weltweit agiert, kümmert er sich mit Manuel Limbach um die Öffentlichkeitsarbeit. Die beiden entwickeln zurzeit eine Plattform, auf der sich junge Leute über die Einrichtung informieren können. Sie packen aber auch Pakete mit Flyern und Plakaten.

Werbemaßnahmen, die Hannelore Fuchs für den von ihr gegründeten Montag-Club selten braucht, weil er ein Selbstläufer geworden ist. Seit 1967 veranstaltet der Club Gesprächsrunden, Lesungen und Diskussion mit politischen Akzenten. "Früher war er immer montags, weil da nichts los war. Heute machen wir ihn nach Bedarf", sagt sie.