Bonner Gedenkstätte

Klaus Kost löst Manfred van Rey ab

Im Gespräch: Manfred Van Rey (links) und sein Nachfolger Klaus Kost.

BONN. Stabwechsel in der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus: Nach achtjähriger verdienstvoller Tätigkeit hat Manfred van Rey bei der Jahreshauptversammlung den Vorsitz des Trägervereins an den Essener Unternehmensberater Klaus Kost übergeben.

Der 72 Jahre alte Stadt- und Regionalhistoriker van Rey, der zuvor zwölf Jahre lang Leiter des Bonner Stadtarchivs war, freute sich, den Verein "in einem guten Zustand" an seinen 59-jährigen Nachfolger übergeben zu können.

"Die gesellschaftliche Akzeptanz für die Gedenkstätte ist heute in allen Generationen, bei der Stadt und in der Politik sehr groß", rechnete sich van Rey als Verdienst an. Bonn sei in der Behandlung des Themas Nationalsozialismus auch über die Hauptstadtzeiten hinaus "ein Schaufenster der Republik." Dem Thema Verfolgung von Juden, aber auch Sinti und Roma, Homosexuellen, politisch Aufrechten und anderen Opfern müsse sich jede Generation stellen.

"Das Thema bleibt mir ohnehin einen Herzensangelegenheit", betonte van Rey, dem zum Abschied das Ständchen "Freude schöner Götterfunken" gebracht wurde. Die Gedenkstätte weise zudem mit Astrid Mehmel eine fachlich und in der Vernetzung ausgezeichnete Leiterin aus, mit der die Zusammenarbeit hervorragend funktioniere.

Kontinuität in der Arbeit mit der Leiterin und dem personell gleich gebliebenen Vorstand kündigte Klaus Kost an, ein studierter Ex-Bonner Wirtschaftsgeograf, der an der Ruhr-Universität Bochum lehrt. "Ich bin Teamplayer. Ich werde erst einmal nur zuhören und Kontakte schließen und dann im Team ein Programm erarbeiten", so Kost. Natürlich müsse sich die Gedenkstätte in einer Zeit, in der die Zeugen der Verfolgung sterben, auf die Zukunft hin anders aufstellen. "Wir müssen nach vorne orientiert sein und pädagogisch nicht nur mit dem Betroffenenansatz arbeiten."

Drängende Probleme stünden auf jeden Fall an, meinten van Rey und Kost unisono. Der Standort könne nicht gehalten werden. Ein möglicher neuer und ebenso zentral gelegener Ort sei die Pestalozzischule. "Erste Haushaltsmittel für den Umzug sind schon eingestellt", so van Rey.

Man wolle auf jeden Fall am neuen Ort nahtlos mit der Arbeit anschließen. Auch die Finanzsituation des Vereins, der zu 80 Prozent von der Stadt gefördert wird, sei alles andere als rosig. Für das ambitionierte Programm, das im Jahr rund 4000 Schüler anspreche, sei "die Decke viel zu kurz", so Kost.