"Chor um 11"

Klänge, die zu Herzen gehen

Mendelssohn-Bartholdys zweite Sinfonie in Bonn.

BONN. Die zweite seiner vier "großen" Sinfonien hat Felix Mendelssohn Bartholdy selbst als "Sinfonie-Kantate" bezeichnet.

Zu erleben war dieses Werk jetzt zum Saison-Abschluss von "Chor um 11" in einer plastisch und in sich geschlossen Aufführung durch das Beethoven Orchester, den Philharmonischen Chor sowie die Solisten Johanna Winkel (Sopran), Sophie Harmsen (Mezzosopran) und Mirko Roschkowski (Tenor) unter der Leitung von Generalmusikdirektor Stefan Blunier.

Brillant, wie er die Apparate in breiter Dynamik miteinander agieren lässt. Zumal die Präsenz des von Thomas Neuhoff mit Paul Krämer, seinem Nachfolger als Chordirektor, einstudierten Philharmonischen Chors diesem Gotteslob eine weitere großartige Dimension eröffnete, indem die die "Finsternis" besiegenden "Waffen des Lichts" über die strahlende, Stimme gleichsam direkt ins Herz treffen. Innigkeit herrschte auch bei den Solisten, wobei die Duette von Sopran I und II, "Ich harrete des Herrn", und Sopran I und Tenor, "Drum sing' ich mit meinem Liede", opernhafte Züge tragen.

Eröffnet worden war die Matinée mit der Psalm 55 vertonenden Hymne für Sopran, Chor und Orgel (Christoph Anselm Noll), "Hör' mein Bitten, Herr", dem ersten der "Drei geistlichen Lieder" für Altsolo, Chor und Orgel, "Lass, o Herr, mich Hilfe finden" sowie den ersten beiden Psalmenvertonungen aus op.78 für Chor a Cappella, "Warum toben die Heiden" und "Richte mich, Gott", letztere von Mendelssohn teilweise acht-stimmig ausgesetzt.

Eine schöne Geste am Schluss: Stefan Blunier verabschiedete den langjährigen Bratschisten Christoph Aißlinger in den Ruhestand.