Für 1,3 Millionen Euro

Kirche kauft das Restaurant "Zur Lese" in Bonn

Auch der Gebäudeteil rechts, in dem das Restaurant „Zur Lese“ untergebracht war, gehört nun der Kirche.

Auch der Gebäudeteil rechts, in dem das Restaurant „Zur Lese“ untergebracht war, gehört nun der Kirche.

Bonn. Die Lese- und Erholungs-Gesellschaft Bonn hat die Räume an den Evangelischen Verwaltungsverband verkauft. Der Kaufvertrag sei unterschrieben, heißt es von beiden Seiten auf Anfrage des General-Anzeigers.

Die frühere Eigentümerin bedauert den Schritt, sah letztendlich allerdings keine andere Möglichkeit. Trotz intensiver Suche hat die Lese- und Erholungsgesellschaft keinen neuen Pächter für das Restaurant gefunden. Zumindest keinen, mit dem man sich einig wurde und der bereit gewesen wäre, in die etwas in die Jahre gekommene Ausstattung zu investieren, erklärt Eckart Volck, stellvertretender Vorsitzender der Bürgergesellschaften.

Letztendlich sei der Verkauf „schweren Herzens“ erfolgt. „Auch die Suche nach einem Käufer war nicht einfach“, berichtet Volck. Zwei Immobilienmakler seien beauftragt, aber nur wenige Interessenten bereit gewesen, den verlangten Preis für die Immobilie in Toplage an der Adenauerallee zu zahlen.

Letztendlich machte die Evangelische Kirche das beste Angebot. Als Eigentümer des anderen Teils der Immobilie hatte sie auch ein Vorkaufsrecht für die Restaurantetage. Sie zahlte der Lese- und Erholungsgesellschaft laut Volck letztendlich 1,3 Millionen Euro für die Räume. Eigentlich lag der Kaufpreis bei 1,6 Millionen Euro, berichtet Volck. Allerdings hatte die Lese- und Erholungsgesellschaft noch Schulden bei der Kirche, die ihr so erlassen wurden.

Insolvenz im September 2016

„Die Schulden sind nach Sanierungsarbeiten entstanden“, erklärt Volck. Das Gebäude sei über 40 Jahre alt. Als Eigentümergemeinschaft der Immobilie müssen Sanierungsarbeiten gemeinsam gestemmt werden. Die Lese- und Erholungsgesellschaft konnte sich diese allerdings nicht leisten. Auch dieser Druck war letztendlich ausschlaggebend, die Restaurantetage samt Clubzimmer aufzugeben.

Ihre Veranstaltungen hat die Lese- und Erholungsgesellschaft allerdings schon seit Längerem ausgelagert. Seit der Schließung des Restaurants vor rund zwei Jahren steht es überwiegend leer. Mit ihren Veranstaltungen sind die Mitglieder mittlerweile in die Stadthalle in Bad Godesberg ausgewichen.

Der Anfang vom Ende kam mit der Insolvenz des früheren Pächters des Restaurants im September 2016. „Es gab noch erhebliche Beträge, die der Lese zugestanden hätten“, erklärt Volck. Das Insolvenzverfahren sei auch noch nicht abgeschlossen. Das Thema Adenauerallee 37 dagegen mittlerweile schon.

Der neue Eigentümer hat auch schon Zukunftspläne mit dem ehemaligen Restaurant. „Wir werden dort Büroräume schaffen und sie vermieten“, erklärt Hans Assenmacher, Geschäftsführer des Evangelischen Verwaltungsverbands in Bonn. Die Umbauarbeiten sollen etwa sechs Monate dauern. Derzeit stehen die Baugenehmigungen noch aus. Die Kirche investiert dafür einen sechstelligen Betrag. Wegen der guten Lage am Rhein, ist Assenmacher optimistisch, schnell Mieter zu finden. Bevorzugt würden natürlich Mieter mit einer gewissen Kirchennähe, erklärt er. „Es wäre schön gewesen, wenn wieder ein Restaurant reingekommen wäre“, findet Volck. Doch das Klientel sei einfach nicht mehr vorhanden.