Neueröffnung an Poppelsdorfer Allee

Kiosk in früherer Bristol-Apotheke stößt auf Kritik

Schon vor der Eröffnung des Kiosks in der früheren Bristol-Apotheke gibt es Ärger um den Alkoholverkauf.

Schon vor der Eröffnung des Kiosks in der früheren Bristol-Apotheke gibt es Ärger um den Alkoholverkauf.

Bonn. Auf der Ecke Poppelsdorfer Allee/Prinz-Albert-Straße öffnet in Kürze ein Kiosk. Anlieger fürchten jetzt Probleme mit Alkohol- und Drogenkranken.

In den Räumen der seit einigen Monaten geschlossenen Bristol-Apotheke auf der Ecke Poppelsdorfer Allee/Prinz-Albert-Straße öffnet in Kürze ein Kiosk. Dem Betreiber zufolge soll es dort neben Tabakwaren, Zeitungen und Brötchen auch alkoholische Getränke geben. Das stößt in der Nachbarschaft auf Kritik.

Sie befürchtet ähnliche Zustände wie einst in der benachbarten Pop-Unterführung unterhalb der DB-Gleise, als dort ein Kiosk mit Billigbier- und Schnapsverkauf Obdachlose und Drogenkranke in Scharen anlockte und es immer wieder zu Konflikten mit Passanten bis hin zu Schlägereien gekommen war. Die Stadt Bonn, Eigentümerin des Ladenlokals, hatte dem Betreiber damals nicht zuletzt auch auf Druck der Politik gekündigt. Der neue Pächter, der dort einen Imbiss unterhält, darf keinen Alkohol verkaufen.

„Das ist natürlich in dem Haus der ehemaligen Apotheke anders gelagert, weil es ja in Privatbesitz ist“, sagte Henriette Reinsberg. Die CDU-Stadtverordnete wohnt in der Nähe der Poppelsdorfer Allee und weiß, dass einige Anwohner schon überlegen, was man gegen den neuen Betreiber machen könnte, sollte er ebenfalls Billigalkohol verkaufen. „Das wäre natürlich fatal, er würde dieselbe Klientel wie der Kiosk in der Unterführung anlocken und wir hätten erneut die Probleme wie damals“, sagte Reinsberg.

Auch der Verein für Gefährdetenhilfe hat Bedenken

Besorgt äußerte sich auch Nelly Grunwald. Sie leitet die Anlaufstelle für Drogenkranke des Vereins für Gefährdetenhilfe (VfG) an der Quantiusstraße und war erleichtert, als die Stadt Bonn den Alkoholverkauf in der Bahnunterführung untersagte. „Man muss natürlich erst einmal abwarten, was der Betreiber des neuen Kiosks macht“, sagte sie auf GA-Nachfrage. Sollte der Betreiber ebenfalls billigen Alkohol im Angebot haben, befürchtet sie neuen Ärger.

Mit großer Skepsis stehen auch die Mitarbeiter der Gemeinschaftspraxis Kern dem neuen Mieter gegenüber. Die Praxis ist seit Jahrzehnten in dem Gebäude zu Hause. Man habe die Eigentümer bereits angeschrieben und auf die Problematik angesprochen, zumal der neue Kioskbetreiber mit Plakaten in den Schaufenstern auf den Alkoholverkauf hinweist, erzählte eine Praxisangestellte dem GA.

Der Mieter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will und bereits einen Kiosk in der Rathausgasse betreibt, hält die Sorge der Anlieger dagegen für übertrieben. „Sie können doch überall am Bahnhof Alkohol kaufen. Warum soll das ausgerechnet bei mir zum Problem werden?“, meinte er.

Die Stadt Bonn ist sich der Problematik dort allerdings durchaus bewusst: „Der Verkauf von Alkohol ist in dem Kiosk wie im Einzelhandel erlaubt, allerdings darf der Alkohol dort nicht direkt ausgeschenkt und auch nicht in unmittelbarer Umgebung verzehrt werden“, erklärte Stefanie Zießnitz vom Presseamt. In diesem Sinne seien auch Gespräche mit dem Kioskbetreiber geführt worden. Sollten Ordnungsstörungen auftreten und es zu Beschwerden über Alkoholkonsum in unmittelbarer Umgebung kommen, werde die Stadt rechtliche Handhaben prüfen, um solche Störungen zu unterbinden, versicherte Zießnitz.