Zank um Billigbier

Kiosk an der Unterführung zum Kaiserplatz geschlossen

Der Kiosk in der Poppelsdorfer Unterführung hat geschlossen.

Der Kiosk in der Poppelsdorfer Unterführung hat geschlossen.

Bonn. Nach langem Streit mit der Stadt wegen des Verkaufs von Billigbier hat der Pächter das Ladenlokal geräumt. Nun schreibt die Stadt neu aus.

Nach monatelangem Hickhack hat der Betreiber des Kiosks an der Unterführung zwischen Kaiserplatz und Poppelsdorfer Allee offensichtlich aufgegeben. Der Laden unterhalb der DB-Gleise ist seit Mittwoch dicht. Die Stadt als Eigentümerin hatte dem Pächter vor geraumer Zeit gekündigt, weil er nicht bereit war, den Verkauf von Billigbier einzustellen.

Anwohner und auch Monika Lunge, die in der Unterführung seit Jahren einen Blumenstand betreibt, hatten sich immer wieder öffentlich darüber beschwert, dass durch den Bierverkauf Klientel der Drogen- und Alkoholszene angelockt würden und die enge Unterführung bevölkerten (der GA berichtete). Dabei sei es immer wieder zu Pöbeleien gekommen – auch gegenüber Passanten und sogar Schulkindern, die die Unterführung morgens und nach Unterrichtsschluss in Scharen nutzen, berichteten sie.

Der Betreiber des Kiosks hatte zunächst die Kündigung der Stadt nicht akzeptiert und gegenüber dem GA in einem Gespräch erklärt, er werde es notfalls auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen.

Zu dem Zeitpunkt hatte die Stadt dem Pächter bereits mehrere Kündigungen zukommen lassen, ohne dass etwas geschehen war. Auch hatte der Mann das Angebot ausgeschlagen, weiterhin als Pächter den Laden nutzen zu dürfen, wenn er auf den Verkauf von Alkohol verzichte.

Lokal wird zur Neuverpachtung ausgeschrieben

Erfreut auf die Wende reagierte Henriette Reinsberg. Die CDU-Stadtverordnete aus der Südstadt hatte sich seit langem vehement dafür stark gemacht, dass der Pächter kein Billigbier mehr an dem Kiosk verkaufen sollte. Jetzt hofft sie, dass die Stadt Bonn das Ladenlokal schnell wieder verpachten kann – „natürlich ohne Alkoholverkauf“.

Nelly Grunwald vom Verein für Gefährdetenhilfe (VfG) mit Sitz in der nahen Quantiusstraße ist ebenfalls froh, dass das leidige Kapitel mit dem Kiosk abgeschlossen ist. „Der Betreiber hat mit dem Verkauf von Billigbier die Sucht unserer Klientel ausgenutzt, um sich zu bereichern“, sagte sie. Als neue Pächterin beworben hat sich bereits Monika Lunge. „Ich würde gerne dorthin umziehen, weil ich dann endlich einen Wasseranschluss hätte, der mir an meinem Stand fehlt“, sagte sie dem GA.

Auf die Frage, wie die Einigung mit dem Kioskbesitzer zustande gekommen sei, sagte Isabel Klotz vom Presseamt: „Der Vertrag mit dem Betreiber wurde ordentlich zum 31. Oktober gekündigt und eine Räumungsfrist bis zum 15. November gewährt. Diese Räumung ist nunmehr vollzogen.“ Nach Durchführung von Restarbeiten werde das Objekt zeitnah dem Städtischen Gebäudemanagement zurückgegeben. Das Lokal werde dann zur Neuverpachtung ausgeschrieben. Ein Alkoholverkauf sei künftig ausgeschlossen.