Beschuldigter zeigt Einsicht

Kinderpornos: Geldstrafe für BKA-Mann aus Bonn

Kinderpornografie

Gegen einen Mitarbeiter des Bonner BKA wird wegen Besitzes kinderpornografischer Materialien ermittelt.

BONN/WIESBADEN. Das Bundeskriminalamt (BKA) muss sich erneut mit einem Fall des Besitzes von Kinderpornografie in den eigenen Reihen beschäftigen.

Bei einer Internetauswertung bereits im vorigen Jahr war ein 40-jähriger Mitarbeiter aus Bonn in den Verdacht geraten, kinderpornografisches Material zu besitzen. Die Staatsanwaltschaft Bonn nahm die Ermittlungen auf und durchsuchte sowohl die Wohnung des Mannes in Bonn wie auch sein Büro am BKA-Sitz in Meckenheim.

Dabei seien verschiedene Speichermedien wie Computer, Laptop und CDs sichergestellt worden, teilte Monika Volkhausen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Bonn, gestern auf Nachfrage des General-Anzeigers mit. Die Auswertung ergab, so Volkhausen, dass auf 22 Dateien kinderpornografisches Material mit strafbarem Hintergrund gespeichert war. Dabei habe es sich ausschließlich um Fotografien gehandelt, erläuterte Volkhausen.

"Die Ermittlungen sind inzwischen abgeschlossen", sagte die Staatsanwältin. Das Verfahren sei nach Paragraf 153a vorläufig gegen Zahlung einer "empfindlichen Geldstrafe" eingestellt worden, weil die Fotos sich "im unteren Bereich des Strafbaren" befanden und der Mann sich "einsichtig" gezeigt habe.

Die Fotos hätten keine Babys oder Kleinkinder gezeigt, auch seien keine sexuellen Handlungen abgebildet gewesen. Über die Höhe der Geldstrafe wollte Volkhausen sich wegen des Schutzes der Persönlichkeitsrechte des BKA-Mannes ebenso wenig äußern wie zu seinem familiären und beruflichen Hintergrund. Nur so viel: "Für eine Person seiner Gehaltsklasse handelt es sich um einen spürbaren Betrag."

Nach GA-Informationen ist der 40-Jährige beim BKA in keiner leitenden Stellung tätig. Gegen ihn seien "alle möglichen dienstrechtlichen Maßnahmen ergriffen worden", erklärte eine Sprecherin der Behörde, ohne konkret zu sagen, was das bedeutet. Keine Auskunft gab es auch zur Frage, ob der Mitarbeiter beruflich beim BKA mit kinderpornografischem Material zu tun hatte.

Der aktuelle Fall steht laut BKA nicht im Zusammenhang mit der Kinderpornografie-Affäre um den SPD-Politiker Sebastian Edathy. Im Zuge der Ermittlungen war bekanntgeworden, dass neben Edathy auch ein BKA-Beamter auf der Kundenliste eines kanadischen Kinderporno-Rings stand.