Streit um Finanzierung beigelegt

Kinderneurologisches Zentrum ist gesichert

Dr. Helmut Hollmann ist Oberarzt des kinderneurologischen Zentrums.

Dr. Helmut Hollmann ist Oberarzt des kinderneurologischen Zentrums.

Bonn. Entwarnung im Kinderneurologischen Zentrum (KiNZ) der LVR-Klinik Bonn: In der Diskussion um die Finanzierung der stationären Leistungen im Zentrum haben sich nun dessen Träger, der Landschaftsverband Rheinland (LVR), die Klinik und die Kostenträger geeinigt.

EDas Zentrum werde mit Blick auf „eine Minimierung der notwendigen Verweildauer“ seiner Patienten die Behandlungskonzepte anpassen und damit die Grundlage schaffen, um die über Jahrzehnte erfolgreiche Arbeit im Kinderneurologischen Zentrum fortsetzen zu können, erklärt der Chefarzt des Kinderneurologischen Zentrums, Helmut Hollmann.

Wie der GA mehrmals berichtete, hatten 2016 einige Krankenkassen zahlreiche stationäre Aufenthalte im Zentrum durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) prüfen lassen und die Finanzierung infrage gestellt. Grund dafür war eine von einigen Kassen als zu lang angesehene Verweildauer in der stationären Diagnostik und Therapie. KiNZ-Chefarzt Hollmann hatte daraufhin um die Existenz des Zentrums gebangt. Die Kinderneurologie habe Anfang 2017 schon Außenstände im hohen sechsstelligen Bereich verzeichnet.

Im Februar hatte Ludger Greulich, Kaufmännischer Direktor und Vorstandsvorsitzender der LVR-Klinik, gewarnt, dass der LVR auf Basis der aktuellen Gespräche mit den Kostenträgern die Sicherstellung seines Versorgungsauftrages als gefährdet ansehe. Matthias Mohrmann, Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg, hatte im Gespräch mit dem GA erläutert, dass die Finanzierung von Leistungen des Bonner Zentrums aber nicht die alleinige Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleiben könne. Daraufhin hatten sich zahlreiche Leser in Leserbriefen sowie Politiker mehrerer Parteien für den Erhalt des Zentrums eingesetzt.

Über die Einigung herrscht nun Freude. „Wir sind froh, nach intensiven Verhandlungen mit den Krankenkassen gemeinsam eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden zu haben“, sagt LVR-Dezernentin Martina Wenzel-Jankowski. Greulich ist ebenfalls erleichtert: „Es ist eine Einigung im Sinne und zum Wohl der betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien.“

In letztlich konstruktiven und zielorientierten Gesprächen mit den Verantwortlichen der großen Krankenkassen sei die Finanzierung der stationären Leistungen gesichert worden. „Die Vereinbarung ist ein gemeinsames Bekenntnis des Trägers LVR, der Klinik und der Kostenträger zum Bestand des Kinderneurologischen Zentrums mit seiner besonderen Expertise und Bedeutung für die Region“, teilt Greulich mit. Die Einigung sei ein Segen für alle behandlungsbedürftigen Kinder und Jugendlichen in der Region und eine Anerkennung für das interdisziplinär besetzte Team, unterstreicht Chefarzt Hollmann.