Internationaler Standort Bonn

Keine Sorgen über Auslastung des WCCB

Christiana Figueres entsteigt dem Tesla S, einem Elektroauto, das am Rande der UN Klimaverhandlungen als Paradebeispiel für nachhaltige Mobilität vorgestellt wurde.

BONN. OB Nimptsch ist erfreut über Figueres' positives Bonn-Urteil. CDU-Politikerin Christiane Overmans fordert ein Lobbybüro in Berlin.

Das positive Urteil, das die Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres, in einem Interview mit dem General-Anzeiger über den internationalen Standort Bonn gefällt hat, freut die Bonner zwar, dennoch gibt es auch kritische Anmerkungen.

Christiane Overmans, Sprecherin der CDU-Fraktion für Internationales, weist darauf hin, dass die Ansiedlung weiterer UN-Einrichtungen in Bonn von "mehr globalen Interessen" abhängen als nur von einem fertiggestellten WCCB. Und doch: "Ich denke auch, dass wir uns über die Auslastung des WCCB keine Sorgen machen müssen." Die "positiven Zeichen" begrüßte auch Joachim Stamp, FDP-Landtagsabgeordneter und Stadtrat. Er will insbesondere die Ansiedlung weiterer NGOs forciert wissen: "Damit sind auch Arbeitsplätze für Bonn verbunden."

"Wir würden uns freuen, wenn das, was Frau Figueres für die Zukunft Bonns beschreibt, auch tatsächlich wahr würde", sagte Jürgen Repschläger (Linksfraktion). Auch wenn die oberste Klimaschützerin der UN sicherlich gute Argumente habe, zusätzliche Anforderungen für den WCCB-Umbau zu haben, halten die Linken das Kongresszentrum für "überdimensioniert. Es kann doch nicht sein, dass der Kostendeckel, den die schwarz-grüne Koalition immer wieder einfordert, am nächsten Tag schon nicht mehr eingehalten wird." Wie berichtet, hat der Stadtrat das Budget für die Fertigstellung des WCCB auf 72 Millionen Euro gedeckelt.

Angelica Maria Kappel (Grüne), bislang Vorsitzende des Ausschusses für Internationales und Wissenschaft, begrüßte zwar den "positiven Blick in die Zukunft des WCCB", doch mehr noch habe sie die Äußerungen Figueres' zu den Zukunftsanforderungen an die Wirtschaft gefreut. "Wir Grünen haben schon immer gesagt, dass mit Blick auf die globale Erwärmung neue Industriezweige entstehen müssen, die den CO2-Ausstoß minimieren."

Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) sagte, er freue sich, dass Figueres mit ihren Äußerungen die Anstrengungen der Stadt würdige, ihr Image als internationaler Standort stetig zu optimieren. "Gemeinsam mit den Organisationen der Vereinten Nationen arbeiten wir daran, deren Bedürfnissen so weit wie möglich zu entsprechen. Davon profitiert Bonn in jeder Hinsicht, weil es mit guten Bedingungen für internationale Konferenzen auch für andere Veranstalter attraktiv wird." Stadt und UN arbeiten "nahezu täglich Hand in Hand". Dank der UN könne die Stadt das Angebot für Tagungen maßschneidern, "und die UN bemüht sich dankenswerterweise, weitere Tagungen an den Rhein zu holen. Besser geht Zusammenarbeit nicht."

Overmans forderte indes mehr Anstrengungen seitens der Stadt, um den internationalen Standort auszubauen: "Die Hotelkapazitäten reichen nicht aus, und auch in Sachen Außenwerbung muss mehr getan werden." Besonders wichtig sei es, ein Lobbybüro in Berlin einzurichten: "Es kann nicht sein, dass öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen in Berlin laufen und Bonn leer ausgeht." Bonn brauche in Berlin eine starke Stimme.