Verein „Adelante“ in Bonn

Keine Scheu vor Tabuthemen

Michael Wüllrich (Kuratorium Vors.), Manfred Mörsch (Vorstand Tentenstiftung), Jörg Jaegers, Heike Thiemann (Preisträger Adelante)

Michael Wüllrich (Kuratorium Vors.), Manfred Mörsch (Vorstand Tentenstiftung), Jörg Jaegers, Heike Thiemann (Preisträger Adelante)

BONN. Die Tenten-Stiftung würdigt das Engagement von Uwe Flohr und die Arbeit des Vereins „Adelante“. Beide teilen sich in diesem Jahr den mit 12000 Euro dotierten Preis

Um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, an welchen Stellen in der Gesellschaft ehrenamtliches Engagement zum Tragen kommt und um dieses ganz praktisch zu unterstützen, wird nun schon seit 25 Jahren der Tenten-Preis von der gleichnamigen Stiftung verliehen. In diesem Jahr wurde die mit 12 000 Euro dotierte Ehrung aufgeteilt, sodass sich gleich zwei Preisträger darüber freuen konnten.

„Sie erfüllen eine für die Gesellschaft sehr wichtige Aufgabe“, betonte Michael Wüllrich, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung, in seiner Laudatio auf den Verein „Adelante“. Dieser wurde nach den Missbrauchsskandalen des Jahres 2010 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit traumatischen Erfahrungen zu unterstützen und zu beraten. Dafür werden unter anderem regelmäßige Sprechstunden angeboten. Außerdem möchte der Verein mit Vorträgen in der Öffentlichkeit mehr Verständnis für die Traumatisierung der Opfer schaffen.

Den Preis nahmen stellvertretend die Vereinsmitglieder Jörg Jaegers und Heike Thiemann entgegen. „Aus dem Sollen ist ein Können geworden“, beschrieb Jaegers die erfolgreiche Arbeit des Vereins. Die beiden hoffen, dass in Zukunft noch mehr Menschen das Angebot von „Adelante“ nutzen werden. Sichtlich erfreut nahmen sie den Preis entgegen. Über Unterstützung freute sich auch Uwe Flohr, der für den Verein „Hilfe für psychisch Kranke“ neben der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit noch zahlreiche weitere Bereiche betreut und sich seit über zehn Jahren im Vorstand engagiert. Mit seiner Arbeit will der Verein den Angehörigen von psychisch Erkrankten zur Seite stehen und gleichzeitig Aufklärungsarbeit leisten.

„Wir vertreten ein gesellschaftliches Tabuthema“, hob Flohr hervor und fügte hinzu: „Durch Informationen und Präventionsarbeit wollen wir etwas bewirken“. Dies geschehe zum Bespiel durch das Projekt „Seele trifft auf Schule“, das sich speziell an Schüler richtet. Für dieses Angebot solle auch ein Teil des Geldes eingesetzt werden, sagte Flohr. Musikalisch wurde die Veranstaltung durch die Geschwister Luisa und Joshua Gehlen begleitet. Außerdem hielt Prof. Manfred Maus, Gründer der Baumarktkette OBI, einen Vortrag zum Thema „Wandel – Die Welt verändert sich. Sie auch, oder bleiben Sie wie Sie sind?“. (rnt)