True-Fruits-Werbung

Keine Rüge für Bonner Saftladen

Eine der Plakatwände mit der umstrittenen Werbung.

Eine der Plakatwände mit der umstrittenen Werbung.

Bonn. Viel Aufregung um ein bisschen Marketing: Der Deutsche Werberat wird die Plakatkampagne des Bonner Säfteherstellers True Fruits nicht rügen.

Wie Julia Busse, Geschäftsführerin des Werberats dem GA bestätigt, haben die 15 Mitglieder des Kontrollgremiums in einem geschlossenen Chatroom über umstrittenen Aussagen auf den Plakaten von True Fruits diskutiert. „Wir fanden einige grenzwertig. Aber im Ergebnis liegen keine Vorstöße gegen Verhaltensregeln des Werberats vor“, so Busse.

Auf Beschwerden über die aktuelle True Fruits-Werbung hin war der Werberat, der sich aus Branchen-Experten unter der Trägerschaft des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) zusammensetzt, aktiv geworden. Anlass war eine Kampagne zur Markteinführung eines Saftes mit Chia-Samen.

Die Werbebotschaft dazu lautete beispielsweise: „Oralverzehr – schneller kommst Du nicht zum Samengenuss“. Nicolas Lecloux, Mitgründer und Marketingchef von True Fruits, kann die Aufregung nicht verstehen.

Nach seiner Auffassung sollte ein Unternehmen die gleiche Sprache sprechen dürfen wie Privatmenschen. „Der Werberat hat sich erwartungsgemäß gegen eine Beanstandung unserer Werbung ausgesprochen. Jetzt können wir uns wieder auf wichtige Sachen konzentrieren – nämlich Smoothies.“