Kommentar zum Technischen Hilfswerk

Keine Motivation

Axel Müller-Storp (links), Ortsbeauftragter des Bonner THW, ist sauer auf die Feuerwehr, weil sie seine Aktive nicht einbinden würden, so der Vorwurf. Und das obwohl diese etwa regelmäßig wie hier im Bild den Umgang mit der Kettensäge im Kottenforst üben würden.

Axel Müller-Storp (links), Ortsbeauftragter des Bonner THW, ist sauer auf die Feuerwehr, weil sie seine Aktive nicht einbinden würden, so der Vorwurf. Und das obwohl diese etwa regelmäßig wie hier im Bild den Umgang mit der Kettensäge im Kottenforst üben würden.

Bonn. Das Bonner Technische Hilfswerk (THW) wünscht sich häufiger zum Einsatz zu kommen. Dies, so argumentiert der Vorsitzende des Ortsverbandes, würde in Katastrophenlagen wie dem Orkan Friederike im Januar auch den Bürgern zugute kommen.

Rein formell lässt sich am Standpunkt der Bonner Feuerwehr nichts kritisieren. Zu ihren originären Aufgaben gehört eben auch die Hilfeleistung und Gefahrenabwehr bei Naturereignissen wie zuletzt bei Orkan „Friederike“. Nach offizieller Sprachregelung der Stadt war dabei eine Amtshilfe des THW nicht vonnöten, mit anderen Worten: Die Bonner Feuerwehr schaffte alles alleine.

So weit, so gut. Die kardinale Frage bei 170 Einsätzen an jenem 18. Januar lautet jedoch: Musste die Bonner Wehr partout alles alleine machen? Hätte es sich nicht vielmehr angeboten, das Technische Hilfswerk hinzuzuziehen? Zum Beispiel auf dem Kaiser-Karl-Ring, einer Hauptverkehrsachse, auf der umgerissene, dicke Bäume ein Durchkommen verhinderten. Hier hätte der mit schwerem Gerät wie einem großen Radlader und Seilwinde ausgerüstete Bonner Ortsverband die Straße vermutlich schnell wieder passierbar machen können. Das hätte nicht nur dem Bürger geholfen, sondern wäre auch gut für das Selbstbewusstsein und die Motivation der THW-Aktiven gewesen.

Wie mussten die sich an dem Orkantag vorkommen, als um sie herum scheinbar jede helfende Hand in der Bundesstadt gebraucht wurde, nur das THW nicht? Die Feuerwehr hat die Helfer in Blau regelrecht abblitzen lassen, und das, obwohl diese ihre Unterstützung mehrfach angeboten hatten. Dass es in den letzten Jahren nach Aussage des THW überhaupt keine gemeinsamen Übungen mehr gegeben hat, passt zu den offensichtlich atmosphärischen Störungen zwischen den beiden Organisationen.

Für den Katastrophenschutz ist das fatal: Denn im Falle eines Falles ist das gute Zusammenspiel zwischen THW und Feuerwehr grundlegend wichtig. Wie aber soll das effektiv funktionieren, wenn nicht auch niederschwelligere gemeinsame Einsätze wie das Aufräumen nach einem Sturm zum Alltag gehören?