Kommentar zur Sanierung der Beethovenhalle

Kein Klacks

Vom Rheinufer aus mit einer Drohne fotografiert zeigt das Bild die Großbaustelle Beethovenhalle.

Vom Rheinufer aus mit einer Drohne fotografiert zeigt das Bild die Großbaustelle Beethovenhalle.

Das Städtische Gebäudemanagement (SGB) hatte deshalb im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Ratssitzung empfohlen, das bestehende Baustellensicherungskonzept um den Aufbau von Videokameras zu erweitern. Rund 100 000 Euro sollen die Kameras kosten.

Der Disput um die Videoüberwachung der Beethovenhallen-Baustelle ist symptomatisch für den bisherigen Verlauf des Bauprojekts: In schöner Regelmäßigkeit ereilen uns die Hiobsbotschaften bezüglich wieder mal gestiegener Kosten. Dann läuft der Bauzeitenplan völlig aus dem Ruder, sodass die Halle bedauerlicherweise nicht wie geplant zum Beethovenjubiläum 2020 zur Verfügung stehen kann. Und jetzt stellt man plötzlich fest, dass zur Sicherheit der Baustelle doch besser auch noch Videokameras installiert werden sollten. Profis können darüber wohl nur noch lachen.

Doch lustig ist das Ganze nicht. Immerhin rund 100 000 Euro muss die Stadt dafür in die Hand nehmen, wenn es nicht gelingt, die Firmen an diesen Kosten zu beteiligen. Kein Pappenstiel, auch wenn es angesichts der bisherigen Gesamtsumme für die Sanierung von 82 Millionen Euro wie ein Klacks erscheinen mag. Alles andere als ein Klacks ist diese Summe dagegen zum Beispiel für die freien Kulturschaffenden, die derzeit mit der Stadt Bonn im Vorfeld der Haushaltsberatungen um ihre immer knapper werdenden Zuschüsse ringen. Und die liegen größtenteils weit, weit unter der 100 000-Euro-Marke.

Nichtsdestotrotz ist eine Videoüberwachung angesichts der Größe der Baustelle sicher sinnvoll. Denn die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Baustelle anscheinend nicht genügend gegen Zutritt von Unbefugten gesichert ist. Unabhängig von der Sorge, dass etwas gestohlen werden könnte, besteht auch die Gefahr von Vandalismus. Daher bleibt dem Rat vermutlich nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen und zuzustimmen. Damit steht Stadtdirektor Wolfgang Fuchs – zuständig für die Sanierung der Beethovenhalle und nicht zuletzt auch wegen der Probleme bei dem Projekt gerade erst nur mit knapper Mehrheit wiedergewählt – schon wieder in der Kritik. Und das zu Recht.