Bonner Erde für Berliner Kunstprojekt

Katja Dörner nimmt Bodenprobe im Botanischen Garten

Bonner Erde füllt Katja Dörner in den Beutel, den Maximilian Weigend aufhält.

BONN. "Hoffentlich bekomme ich damit am Flughafen keine Probleme", lacht Katja Dörner. Die Bonner Grünen-Bundestagsabgeordnete hatte am Mittwoch mit dem Leiter des Botanischen Gartens, Maximilian Weigend, etwas "Rheinische Erde" in einen Beutel gefüllt, um ihn mit nach Berlin zu nehmen.

Bestimmt ist die wegen der Regenfälle der vergangenen Tage tatsächlich ziemlich nasse Probe für das Kunstprojekt "Der Bevölkerung" im Innenhof des Reichstagsgebäudes. Dort soll die Erde, die Dörner aus der Biotopanlage "Lebensräume des Rheinlandes" entnommen hat, heute im Beisein einer Besuchergruppe aus Bonn Teil des Kunstwerks werden. "Ich mag die Installation auch deshalb sehr gerne, weil nicht nur wir Abgeordnete, sondern auch unsere Besucher, Erde aus ihrem Heimatwahlkreis einbringen können. Eigentlich wollte ich schon viel früher meinen Beitrag zu diesem Kunstprojekt leisten - umso mehr freue ich mich, dass das jetzt gemeinsam mit den Besuchern aus Bonn klappt", so Dörner.

Im nördlichen Lichthof des Gebäudes hatte der Künstler Hans Haacke im Jahr 2000 einen flachen Kasten installiert, aus dessen Mitte in weißen Leuchtbuchstaben die Worte "Der Bevölkerung" nach oben strahlen. Teil des Projektes ist die Einladung an alle Bundestagsabgeordneten, aus ihrem Wahlkreis Erde nach Berlin zu bringen und um die Leuchtbuchstaben auszustreuen. Haackes Arbeit nimmt Bezug auf den Schriftzug "Dem Deutschen Volke", der außen am Gebäude prangt, und spielt mit dem Bedeutungsunterschied zwischen den Begriffen Volk und Bevölkerung.