Diskussion um Dienstleistung in Bonn

Kürzere Wartezeiten im Bürgeramt

Seit 14 Tagen verzeichnet die Stadt Bonn kürzere Wartezeiten auf einen Termin in ihrem Dienstleistungszentrum

Seit 14 Tagen verzeichnet die Stadt Bonn kürzere Wartezeiten auf einen Termin in ihrem Dienstleistungszentrum

Bonn. Die Lage im Dienstleistungszentrum der Stadt Bonn hat sich offensichtlich entspannt: Seit gut zwei Wochen gehen die Wartezeiten auf einen Termin kontinuierlich zurück.

Die Lage im Dienstleistungszentrum der Stadt Bonn hat sich offensichtlich entspannt: Seit gut zwei Wochen gehen die Wartezeiten für einen Termin kontinuierlich zurück. Wer zum Beispiel nach Bonn umgezogen ist und sich anmelden muss, erhält inzwischen in der gesetzlich vorgeschriebenen 14-Tage-Frist einen Termin. Vor den Ferien mussten sich die Antragsteller zum Teil bis zu mehreren Monaten gedulden, um einen Termin zu erhalten. Lediglich in nachweisbaren Notfällen ging es schneller.

Auch für die Beantragung eines neuen Ausweises kann man sogar noch in diesem Monat sowie im ganzen September über einen Termin online reservieren (Stand Donnerstagmorgen). Und auch wer einen Termin hat, muss mittlerweile nicht mehr mit zu langen Wartezeiten vor Ort rechnen. „Im Durchschnitt liegen die Wartezeiten bei acht Minuten“, sagte Stadtdirektor Wolfgang Fuchs (CDU), zuständig für die Bonner Bürgerdienste, am Donnerstagmorgen bei einem Pressegespräch im Dienstleistungszentrum im Stadthaus. Am Mittwoch habe die Wartezeit dort maximal und nur in wenigen Fällen bei 21 Minuten gelegen. Auch die Zahl der Beschwerden seien zurückgegangen. „Das Bürgerbüro hat seit 14 Tagen keine einzige mehr erhalten“, sagte Fuchs.

Dennoch hält sich seine Euphorie in Grenzen. Einerseits ist der Stadtdirektor froh, dass die Aufstockung des Personals um 15 Vollzeitkräfte offensichtlich greift. Andererseits räumt er ein, dass die entspannte Situation auch mit der erfahrungsgemäß stets ruhigeren Ferienzeit zu tun habe. „Wenn das Semester wieder startet, wird es sicherlich wieder länger dauern, bis ein Termin zur Anmeldung frei ist“, glaubt er. Typischer Vorführeffekt: Als Fuchs mit Peggy Stein ins Gespräch kommt, die nach ihrer Eheschließung den Namen ihres Mannes angenommen hat und deswegen neue Papiere benötigt, dauert es doch länger als acht Minuten, bis die junge Bonnerin an der Reihe ist. Trotzdem: Fuchs ist zuversichtlich, dass es weiter aufwärts geht und vor allem der Terminberg beim Bürgeramt bis Ende Oktober soweit abgebaut ist, dass dann auch das Angebot der Dienstleistungstage in den Bezirken wieder auf jeweils nur einen Tag pro Woche beschränkt werden kann. Außerdem glaubt er, ab dem Zeitpunkt auch die Personalstärke wieder herunterfahren zu können, um die Vorgabe, eine Million Euro pro Jahr an Personalkosten im Bürgeramt einzusparen, zu erfüllen.

Eng und stickig ist es indes nach wie vor im Warteraum im Dienstleistungszentrum im Erdgeschoss des Stadthauses. Gerade einmal 70 Personen finden dort hinter den gelben Stellwänden einen Sitzplatz. Zu Stoßzeiten müssen viele Bürger also stehen. Aber auch diesbezüglich erwartet der Stadtdirektor bald eine deutliche Verbesserung. „Ich will mir noch in der nächsten Ratssitzung die Planung für die Einrichtung eines neuen Warteraums genehmigen lassen“, kündigt er an. Der Durchgang zwischen Stadthausfoyer und Dienstleistungszentrum soll mit Glaswänden abgetrennt und so umgestaltet werden, dass dort voraussichtlich ab Januar etwa 170 Personen auf einer deutlich größeren Fläche Platz finden. Die Kosten für den Umbau belaufen sich laut Fuchs auf etwa 550 000 Euro.

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