Gemeinschaft "SüdstART"

Künstler öffnen ihre Ateliers in der Südstadt

BONN. Großformatige Bilder, Skulpturen in Anlehnung an japanische Tonfiguren, filigrane Goldschmiedearbeiten: Als "SüdstART" haben sich vor 20 Jahren ganz verschiedene Künstler aus der Südstadt zusammengeschlossen.

"Wir wollten damals unsere Arbeit in der Nachbarschaft bekannt machen und mit den Menschen nebenan ins Gespräch kommen", erinnert sich Christine Eichholtz gerne zurück. In einer Wohnung direkt am Botanischen Garten haben sie heute eine gemeinsame Adresse. "Dort treffen wir uns regelmäßig, tauschen uns aus und entwickeln neue Konzepte", so Eichholtz, eine der Gründerinnen vor 20 Jahren.

Heute gehören der Gemeinschaft 23 Ateliers mit insgesamt 44 Künstlern an. Sie treffen sich jedoch nicht nur zum gegenseitigen Gedankenaustausch, einmal im Jahr öffnen sie ihre Werkräume für interessierte Besucher. Traditionell findet dieses Event am zweiten Wochenende im November statt. "Dann hat jeder die Möglichkeit, uns in unseren Arbeitsräumen kennenzulernen und mit uns in gemütlicher Atmosphäre ins Gespräch zu kommen", ergänzt Karla Götze.

Flüchtlinge sollen eingebunden werden

Aber die Künstler gehen in diesem Jahr einen Schritt weiter. "Die Kunst ist immer auch ein Vorreiter des Zeitgeistes", sagt Birgit Brandt-Siefart, die die Organisation des offenen Ateliers übernommen hat. Deshalb werden die Akteure in diesem Jahr die Flüchtlinge, die in ihrem Quartier leben, in ihre Arbeit einbinden. "In der Ermekeilkaserne sind nicht nur die Werkräume von verschiedenen jungen Künstlern, nebenan wohnen auch viele Flüchtlinge", so Brandt-Siefart.

Deshalb werde man in den nächsten Wochen ein Angebot speziell für Kinder und für die Frauen der Notunterkunft anbieten. Denn: "Über die Kunst kann man vieles ausdrücken und verarbeiten", ist sie sich sicher. Doch trotz des regen künstlerischen Austauschs haben die Mitglieder von "SüdstART" nach 20 Jahren einen ganz besonderen Wunsch: "Es wäre schön, wenn wir mehr Unterstützung von der Politik bekommen. Denn nicht allein große Namen verdienen eine Förderung. Es sind vielmehr die Künstler vor Ort, die eine Stadt prägen", so Brandt-Siefart.

Das offene Atelier findet am Samstag und Sonntag, 7. und 8. November, von 14 bis 19 Uhr statt. Weitere Informationen und eine Karte gibt es unter www.suedstart.de.