Minusgrade bis Donnerstag

Kältewelle in Bonn: Das müssen Sie jetzt beachten

Bonn. Bis minus zehn Grad werden in Bonn ab Sonntag erwartet. Was das für Obdachlose, den Nahverkehr, die Wasserleitungen und Heizungsrohre bedeutet.

Die Kältewelle trifft das Rheinland besonders am Sonntag und Montag. Dann klettert das Thermometer auch am Tag nicht über den Gefrierpunkt. Nachts werden Temperaturen von bis zu minus zehn Grad erwartet. Bis mindestens Donnerstag soll es frostig bleiben.

Bereits am Samstag zeigten sich tagsüber Temperaturen von minus vier bis zu minus neun Grad. Mit den sinkenden Temperaturen steigt für die Obdachlosen der Kampf ums Überleben. Deshalb bittet die Stadt ihre Bürger um Mithilfe. Hinweise über hilfebedürftige obdachlose Menschen nehmen die Polizei sowie die Hotline des Stadtordnungsdienstes unter 0228/773333 entgegen. Für wohnungslose Menschen aus Bonn werden für den Winter außerdem Isomatten und Schlafsäcke gesucht. Hinweise dazu gibt es unter 0228/7259126.

Im Nahverkehr erwarten die Stadtwerke Bonn laut Pressesprecherin Veronika John „keine erhöhten Probleme, solange die Kälte trocken bleibt“. Als Präventivmaßnahme werden die Stadtbahnen warm gefahren, Oberleitungen seien nur bei Eis „wirklich problematisch“ und müssten dann enteist werden.

Die Deutsche Bahn könne laut einer Sprecherin nicht ausschließen, dass es „in Einzelfällen“ zu Verzögerungen im Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen kommt. Besonders die Weichensysteme sind frostanfällig. Von etwa 72.000 Weichen im bundesdeutschen Schienennetz sind rund 48.000 Weichen mit einer Heizung ausgestattet.

Verbraucher sollten außerdem an ihre eigenen Hausinstallationen denken. Außenleitungen sind besonders gefährdet. In Altbauten müssen bei hohen Minusgraden Wasserleitungen und Heizungsrohre vor dem Zufrieren geschützt werden: Kellerfenster sollten auf Empfehlung der Stadtwerke geschlossen sein, gegebenfalls sollten Flure oder Treppenhäuser geheizt werden.

In der Bonner Rheinaue sei ebenfalls Vorsicht geboten. Rund um den See und an den Eingängen zum Freizeitpark hat die Stadt Schilder aufstellen lassen, die auf die Gefahr bei Betreten von Eisflächen auf dem See hinweisen. Diese Warnung gelte auch für andere ruhende Gewässer in der Region. Spaziergänger sollten sich mit Mütze, Schal und Handschuhen vor Erfrierungen schützen.

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Vor über 50 Jahren herrschte klirrende Kälte im Rhein-Sieg-Kreis und in Bonn. Der kälteste Tag, den es in Bonn bisher gab, war der 27. Januar 1942. Damals fiel das Thermometer auf 23 Grad minus. Es war so kalt, dass dicke Eisschollen den Rhein in eine Eisstraße verwandelten. Auch weit vor dieser Zeit wurden bereits eiskalte Winter dokumentiert.