Access-Germany-Iraqsad

Junge irakische Ärzte begeistert von Bonn

Von Bonn sehr angetan: Junge irakische Ärzte während ihrer Schulung im Beratungsinstitut Access-Germany-Iraqsad.

BONN. Die Allgemeinmediziner Mohamed Abbas und der Orthopäde Abdulrahman Najeeb sind erst wenige Wochen in Bonn, aber schon jetzt von der Stadt sehr angetan.

"Die Innenstadt gefällt mir sehr, die historischen kleinen Gassen sind sehr schön", sagt Abbas. Sein Kollege Najeeb nickt und meint: "Mir gefallen die Museen und die großen Straßen sehr." Die Ärzte und sieben weitere Kollegen besuchen seit Anfang Januar in Bonn einen viermonatigen Kurs, der sie auf eine deutschlandweite Bewerbung für eine Assistenzarztstelle vorbereitet.

In Kooperation mit dem internationalen Schulungszentrum TSI bietet das Bonner Beratungsunternehmen Access-Germany-Iraq den jungen Ärzten diese Fortbildung an. "Wir führen diesen Kurs mit dem Fokus auf Kommunikationsbedürfnisse im Medizinerumfeld durch. Wir unterstützen die Ärzte auch mit einem Bewerbertraining", so Katja Petereit, Leiterin des Beratungsinstituts.

Die Mediziner unterschiedlichster Fachrichtungen im Alter von 24 bis 30 Jahren haben sich zwei Jahre auf diese Fortbildung vorbereitet und bereits zuvor in Deutschland hospitiert. "Sie perfektionieren nun ihr Deutsch, damit sie künftig in einem Krankenhausumfeld arbeiten können", so Petereit weiter. Neben den Sprachkursen erhalten die Mediziner auch Schulungen über das deutsche Gesundheitssystem.

"Es herrscht ein Wettkampf im Gesundheitssystem, der macht es sehr gut. Diese Schulung ist daher sehr wichtig", sagt der junge Arzt Abdulhameed Alsarhan. "Die Sprache ist allerdings eine Herausforderung", meint sein Kollege Najeeb. Das deutsche Ausbildungssystem fasziniert die Mediziner. Sie haben sich bewusst für eine Fortbildung in Bonn entschieden.

"Die Ausbildung in Deutschland ist hervorragend, ich würde daher gern meine Facharztausbildung hier beginnen", so der Orthopäde Najeeb. Zahnarztkollege Omar Salim sagt dazu überzeugt: "Es gibt hier viele Möglichkeiten. Ich möchte von den deutschen Zahnärzten lernen und mich in einer Fachausbildung auf die Kieferorthopädie spezialisieren."

Durch die politischen Umstände in ihrer Heimat sind die Mediziner es gewohnt, in Krisensituationen schnell und unter Druck zu arbeiten. "Sie kennen es nicht anders. In Deutschland fällt ihnen hingegen auf, dass sich die Ärzte für ihre Patienten viel Zeit nehmen. Das gefällt ihnen sehr", so Petereit. Neben der Fortbildung suchen sie aber auch den Kontakt zu Bonnern.

"Wir wünschen uns neue Freunde, die mit uns Deutsch sprechen und Kontakte zu deutschen Ärzten, die uns erste Einblicke in ihren medizinischen Alltag gewähren", so Kursteilnehmerin Zulfa Almosawi. "Wir sind daher zurzeit auf der Suche nach Mentoren und möchten alle ansprechen, die Lust haben, sich mit den Teilnehmern auszutauschen. Das würde sie freuen", so Institutsmitarbeiterin Petra Fabritius abschließend.

Access-Germany-Iraq

Das Bonner Beratungsunternehmen Access-Germany-Iraq hat sich seit 2005 auf die Ausbildung irakischer Wissenschaftler spezialisiert, auch einzelne Ärzte wurden bislang geschult. Das Netzwerk wird ständig erweitert. Erstmals findet nun ein Fortbildungskurs für Mediziner gruppenübergreifend statt. Ende April werden sich die Ärzte bundesweit für eine Assistenzstelle bewerben.