Bonner Geschichtenwettbewerb

Junge Geschichtenerzähler aus aller Welt

Ulrike Tscherner-Bertoldi (r.) und Lene Pampolha (M.) prämieren im Jungen Theater Bonn die Gewinner, unter ihnen die Drittplatziertem Ellen Simon (2.v.r.)

Ulrike Tscherner-Bertoldi (r.) und Lene Pampolha (M.) prämieren im Jungen Theater Bonn die Gewinner, unter ihnen die Drittplatziertem Ellen Simon (2.v.r.)

Bonn. 2004 haben Ulrike Tscherner-Bertoldi und Lene Pampolha in Bonn den Wettbewerb „AbraPalabra“ begründet. Diesmal stand er unter dem Titel „Ich mische mit!“ Einsendungen kamen auch aus Abu Dhabi, Moskau, Kairo oder Izmir.

Mitmischen, sich einmischen, laut werden und Rechte einfordern, lautete die Aufforderung des 15. AbraPalabra Geschichtenwettbewerbs. Zum 30-jährigen Bestehen der UN-Kinderrechte sandten 54 Schüler Erzählungen voller Mut, Freundschaft und Stärke, aber auch Wut und Frust ein. „Ich mische mit!“, war ihre Botschaft. Bei der Prämierungsfeier im Jungen Theater Bonn wurde entsprechend gesungen, geklatscht, gehüpft und gestampft.

Ulrike Tscherner-Bertoldi und Lene Pampolha begründeten 2004 den Wettbewerb „AbraPalabra“. Wie sie betonen ohne Geld, aber mit vielen Plänen. „Heute sind wir stolz, wie international der Wettbewerb inzwischen ist“, sagte Tscherner-Bertoldi. Die 400 Plätze im Saal waren ausverkauft, Erwachsenen und Kinder bereit für Abra – die Magie. Palabra aus dem Spanischen bedeutet „Öffne das Wort“. Zusammen ergibt das Geschichten mit einer Prise Zauber, aber auch voll ehrlicher Worte über Missstände und Probleme.

"Lachen ist dieselbe Sprache"

Von den 54 Einsendungen von Viertklässlern kamen 18 von deutschen Schulen in Städten wie Abu Dhabi, Moskau, Kairo oder Izmir. Maya Sophie Loch aus Kuala Lumpur erzählte in „Alles für dich – Ilham“ von einem Mädchen, das im Dschungel lebt und Wildschützerin wird. Emma Rump von der Engelsbachschule in Ippendorf schrieb über Salim und Ida, die sich nur mit Händen und Füßen unterhalten können und trotzdem Freunde werden. „Lachen ist dieselbe Sprache“, hatte sie ihre Geschichte genannt. Die beiden gewannen jeweils den ersten Preis in den Kategorien AbraPalabra National und International.

„Ich habe das selbst erlebt. In meiner Klasse gab es einen neuen Schüler, und ich wollte nicht, dass er zum Außenseiter wird. Also habe ich mich für ihn eingesetzt. Als ich dann eine Geschichte schreiben sollte, habe ich an ihn gedacht“, berichtete Enis Koyunku von der Idee zu seiner Erzählung „Einsatz lohnt sich“. Die Jury fand seinen Text eindringlich und alltagsnah. Sie kürte ihn mit dem zweiten Platz in der Kategorie International. Der 9-Jährige war extra für die Prämierung mit seinen Eltern aus Abu Dhabi angereist. In „Luise rettet die Welt oder so“, beschließt das mutige Mädchen Luise nach einer Begegnung mit ihrem älteren Ich, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Hartnäckig bemüht sie sich, auch ihre Eltern davon zu überzeugen, von der Couch aufzustehen. Ellen Simon von der Ludwig-Richter Schule in Duisdorf wurde mit der Geschichte Dritte in der Kategorie National.

Klimawandel, Armut, bequeme Erwachsene und Ungerechtigkeit – keines der Kinder hatte sich für seine Geschichte ein leichtes Thema ausgesucht. Aber in keiner fehlte der Funke Hoffnung und am Ende das Lächeln für den Nächsten.

Alle Texte sind im AbraPalabra Buch „Ich mische mit!“ gesammelt und illustriert. Verkauft wird das Buch für zehn Euro im Laden des Frauenmuseums in der Altstadt und in „Der kleine Laden e. V.“ in der Innenstadt, außerdem in der Buchhandlung Köplin in Endenich und bei Bücher Bartz in Beuel.