Bücher tauschen

Jetzt hat auch die Bonner Südstadt ihren Bücherschrank

offener Bücherschrank für die Südstadt: Norbert Blüm und Werner Ballhausen.

offener Bücherschrank für die Südstadt: Norbert Blüm und Werner Ballhausen.

Südstadt. Norbert Blüm hat bei der Eröffnung des Bücherschranks auf dem Roonplatz in der Bonner Südstadt gelesen. Mit der Eröffnung gibt es nun 14 Bücherschränke in der Stadt.

Der 14. Bonner Bücherschrank steht am Roonplatz in der Südstadt. Enthüllt wurde er am Samstag von Werner Ballhausen, Vorsitzender der Bürgerstiftung, und Norbert Blüm. „Lesen ist das Lebensmittel der Fantasie. Beim Fernsehen bekommt man alles geliefert, beim Lesen muss man seine Vorstellungskraft aktivieren. Lieber mal auf einen Fernsehabend verzichten und ein Buch lesen“, sagte Blüm dem GA. Er sei seit Jahren Lieferant des Bücherschranks an der Poppelsdorfer Allee. „Da stelle ich immer mal wieder Bücher rein, was mir allerdings nicht immer leicht fällt. Meine Bücher sind wie meine Kinder, und mich von denen zu trennen, fällt schwer.“

Der ehemalige Arbeitsminister und seine Frau Marita hatten zur Eröffnung des Bücherschranks am Roonplatz auch mehrere belletristische Werke aus ihrer Hausbibliothek mitgebracht. Ganz entspannt in einem Korbsessel sitzend, las der 82-jährige Großvater von sechs Enkeln dann aus seinem Kinderbuch „Franka und Nonno“ vor. Gebannt lauschten die kleinen und großen Gäste den Abenteuern des Bären Ludwig und des Schmetterlings Safran.

Die Initiative für den Bücherschrank hatten Anwohner im Januar ergriffen. „Wir haben in der Nachbarschaft in zwei Wochen 2000 Euro gesammelt. Alle haben das Projekt sehr begrüßt. Wir hoffen, dass der Offene Bücherschrank auch zu einem Treffpunkt für alle wird und Gemeinschaft stiftet“, sagten Melitta Sigmund und Uta Winterhager. 6000 Euro hat der Schrank aus Stahl mit zwei Glastüren gekostet. in den bis zu 250 Bücher gestellt werden können. 3000 Euro steuerte die Bürgerstiftung, 1000 Euro die Sparkasse Köln/Bonn bei.

Mädchen und Jungen aus der Nachbarschaft durften zuerst ihr eigenes Fach füllen. Der achtjährige Lukas stiftete unter anderem Janoschs „Komm mit mir nach Iglau, Krokodil“, und Laura trennte sich von Enid Blytons „Kein Spaß ohne Hanni und Nanni“. „Das habe ich immer sehr gerne gelesen. Hoffentlich gefällt es anderen Kindern auch“, sagte die Achtjährige. Die anderen Regale füllten erwachsenen Gäste schnell mit den unterschiedlichsten Werken – von Dan Browns „Inferno“ über Karl Mays „In den Kordilleren“ bis hin zu Julia Zehs „Unter Leuten“.