Führungswechsel beim "Schaufenster-Blickpunkt"

Jens Hoffmeister geht, Litsa Papalitsa kommt

Auf der Brücke in der Alten Rotation nimmt Jens Hoffmeister (7.v.l.) zwischen Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und GA-Verleger Hermann Neusser symbolisch Abschied. Seine Nachfolge wird Litsa Papalitsa (5.v.l.) antreten.

BONN. "Just do it." Mach es einfach. Das war schon immer das Motto von Jens Hoffmeister. Der langjährige Verlags- und Redaktionsleiter von "Schaufenster" und "Blickpunkt" war zeit seines Berufslebens einer, der nicht lange fackelte, sondern die Dinge gerne direkt anpackte.

Am Mittwoch wurde der 68-Jährige mit großem Bahnhof in den Ruhestand verabschiedet. 140 Gäste aus der Bonner Gesellschaft, darunter Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, die Spitzen vieler Firmen, Behörden und Institutionen, würdigten seine Lebensleistung bei einem Empfang in der Alten Rotation des General-Anzeigers.

Zeitung war schon immer das "Baby" von Hoffmeister in seiner 47-jährigen Tätigkeit im Bonner Verlagswesen. Erst viele Jahre als Geschäfts- und Anzeigenleiter bei der "Kölnischen/Bonner Rundschau" angestellt, dann ein fünfjähriges Intermezzo als Radioreporter in Melbourne in den 90er Jahren, nach der Rückkehr seit 2002 dann Chef bei "Schaufenster" und "Blickpunkt", wo er ordentlich wirbelte. "Ich lese eben gerne Zeitung, am liebsten auf gedrucktem Papier."

Die Liebe hielt ein Leben lang. "Mein Ziel", so sagte er gestern bei seinem Abschied, "mein Ziel war, aus einem schlichten Anzeigenblatt eine gute Wochenzeitung mit redaktionellen Inhalten zu machen." 460.000 Exemplare der Anzeigenblätter werden jede Woche, immer mittwochs und samstags, kostenlos in die privaten Haushalte ausgetragen, liegen außerdem bei Firmen, Behörden und öffentlichen Einrichtungen zum Lesen aus. Kein Wunder, dass sich der "Chef" bei der Gelegenheit auch bei den 600 Zustellern bedankte.

Der Erfolg gibt Hoffmeister recht: 2012 wird der "Blickpunkt" mit dem "Durchblick-Preis" für Bürger- und Verbrauchernähe als bundesweit bestes deutsches Anzeigenblatt ausgezeichnet. Die Leser mögen das Blatt. Doch das Engagement Hoffmeisters war damit nicht erschöpft, sondern ging privat weiter: Er ist einer der Mitbegründer und Vorstandsmitglied der "Rheinbach Classics", ist nach wie vor begeistert für den Rennsport und auch als Musiker in der Region bestens bekannt. Als Pionier der Bonner Beatbewegung hatte er 1963 seinen ersten Auftritt mit den "Desperados" am Schlagzeug, mit denen er heute noch manchmal rockt. Auch mit seinen anderen Bandprojekten "Rocksteady" und "Sixties United" ist er nach wie vor unterwegs.

Als Macher wurde Hoffmeister treffend von Wolfgang Birkholz aus Sicht des Mitgesellschafters vom Heinen-Verlag beschrieben. "Sie sind ein Hansdampf in allen Gassen", lobte er. "Danke, dass Sie mich haben machen lassen", gab Hoffmeister das Kompliment zurück und erinnerte daran, dass es zum Erfolg keinen Fahrstuhl gebe, sondern man die Treppe nehmen müsse. "Und es macht Spaß, die Treppe zu nehmen", sagte er.

Zuvor hatte Oberbürgermeister Nimptsch bereits gelobt, dass die von Hoffmeister verantworteten Anzeigenblätter durch die gute Balance zwischen Redaktion und Anzeigenteil bestechen sowie durch ihre redaktionelle Objektivität. Während Hoffmeister zugab, künftig etwas später aufstehen zu wollen, um dann aber in Ruhe die gedruckten Zeitungen zu lesen, wurde gleichzeitig seine Nachfolgerin vorgestellt: Es ist Litsa Papalitsa (44), die bisher beim "General-Anzeiger" tätig war als Leiterin für Objektmanagement und Entwicklung.