Bonner Ehrengarde

Jecker Sternmarsch durch die City

Bonn. Neun Gruppen folgen der Einladung der Bonner Ehrengarde und machen am Freitagabend die Bonner Innenstadt bei einem Sternmarsch zur Jecken-Hochburg. 500 Gardisten treffen sich zum Abschluss auf dem Markt.

„Das sind ja die Nippeser“, ruft eine Frau in der Poststraße, als die Kölner Bürgerwehr in orange-weiß als Teil des Sternmarschs der Bonner Ehrengarde an ihnen vorbeischreitet. Dann erklärt sie ihrem Mann, was da passiert, denn Willi Orschall kann nicht sehen. Karnevalist ist er trotzdem. „Ich habe 25 Jahre lang die Bonner Blindensitzung geleitet.“ Das Paar aus der Domstadt ist zufällig in Bonn. „So etwas haben wir in Köln auch“, sagte Orschall. Dort geht der Sternmarsch immer am Karnevalsfreitag zum Alter Markt.

In Bonn waren am Freitagabend neun Gruppen dabei: Neben der Nippeser Bürgerwehr und der Ehrengarde kamen aus Bad Godesberg die Fidelen Burggrafen, die Stadtsoldaten und die Allgemeine Karnevalsgesellschaft Prinzengarde. Von der rechten Rheinseite marschierten die Prinzengarde aus Sankt Augustin, die Funken Blau-Weiss Siegburg und die Ehrengarde Hangelar mit. Außerdem waren die Rot-Blauen Funken Bad Breisig mit mehr als 100 Personen angereist.

Die Nippeser waren erstmals dabei. „Wir haben die Zeit“, sagte Kommandant Markus Lambrechts, „und dachten uns, warum nicht mal nach Bonn fahren? Da gibt's auch guten Karneval.“ Außerdem könne man den Sternmarsch um eine Farbe bereichern.

Rund 500 Gardisten näherten sich von sechs Standorten aus dem Marktplatz. Vor dem Alten Rathaus war eine Bühne aufgebaut, auf der unter anderem das Bonner Kinderprinzenpaar und die Godesberger Tollitäten dem Treiben beiwohnten. Der Platz wurde von Schaulustigen eingerahmt, das Geschehen wurde auf vielen Handys festgehalten, und mittendrin stand Reiner Burgunder. Der Käpt'n des Beueler Schiffervereins war gekommen, weil auch das Bonner Prinzenpaar angekündigt war. Immerhin ist Bonna Patty I. seine Tochter. Er wartete vergebens: Prinz und Bonna hatten ihr Kommen wegen Terminschwierigkeiten abgesagt.

„Ich finde das toll“, meinte eine Bonnerin auf dem Markplatz. „Es erinnert mich an meine Kindheit. Ich hatte mal ein Tanzmariechenkostüm, ohne jemals eines gewesen zu sein.“ Ein Stück weiter war Nelson (13) mit seinen Eltern in den Sternmarsch geplatzt. „Ich war überrascht, dass so viele Gardisten kommen“, so Nelson.

Der Sternmarsch ist mit der dritten Ausgabe nun rheinische Tradition und dient den beteiligten Vereinen laut Konrad Schmitz, Generalintendant der Ehrengarde, auch dazu, sich darzustellen. „Der klassisch organisierte Karneval kämpft ja auch um Attraktivität.“ Zum Abschluss wurde der Ruetz Marsch gespielt, dann zogen einige Beteiligte mit der Ehrengarde zu deren Zeughaus.

Für die geht es an diesem Samstag auf dem Marktplatz weiter. Um 11 Uhr beginnt ihr Biwak mit Grillstand, Erbsensuppe und Getränken.