Hackerangriff auf Uni Bonn

Jüdische Studenten zeigen sich entsetzt

Nach einem Hackerangriff spuckten einige Netzwerkdrucker antisemitische Pamphlete aus.

Nach einem Hackerangriff spuckten einige Netzwerkdrucker antisemitische Pamphlete aus.

22.04.2016 Bonn. Jüdische Studenten haben sich entsetzt über den Hackerangriff auf das Drucksystem der Universität Bonn und weiterer Hochschulen gezeigt. „Er zielt darauf ab, ein Klima der Angst und des Hasses in unserer Hochschullandschaft zu etablieren“, erklärte die Jüdische Hochschulgruppe Bonn.

Dabei kamen aus zahlreichen Druckern an den Hochschulen ferngesteuert antisemitische und rassistische Hetzschriften. Neben Bonn waren auch die Universitäten Münster, Tübingen, Hamburg und Erlangen-Nürnberg von dem Hackerangriff betroffen.

Ein Sprecher der Uni Bonn sagte dem epd am Freitag, es seien wenige Drucker betroffen gewesen. Zurzeit liefen Untersuchungen und Beratungen über das weitere Vorgehen.

In Münster waren nach Angaben von Sprecher Norbert Robers schätzungsweise 50 Drucker betroffen, die ein mehrseitiges Dokument mit antisemitischen und rassistischen Inhalten ausdruckten. Die Universität habe Anzeige erstattet, die Polizei die Ermittlungen aufgenommen, sagte er am Freitag dem epd.

„Es gab vor kurzem ähnliche Vorfälle in den USA, deshalb vermuten wir, dass die Täter von dort ihren Angriff möglicherweise auf deutsche Hochschulen ausgeweitet haben“, erzählte Robers. Betroffen waren den Angaben zufolge verschiedene Fakultäten, unter anderem die evangelische Theologie. Einige netzwerkfähige Drucker seien von außen erreichbar. Die IT-Abteilung der Hochschule arbeite zurzeit daran, die Druckersicherheit zu überprüfen.

Die Jüdische Hochschulgruppe Bonn erklärte, die Angriffe sendeten eine verheerende Botschaft an alle jüdischen Studierenden und Studieninteressierten aus Deutschland und dem Ausland: „Die Botschaft, dass sie hier nicht sicher sein können.“ Die Gruppe forderte eine umfassende Aufklärung und strafrechtliche Verfolgung der Vorfälle. Die Universität müsse sicherstellen, dass sich ein solcher Angriff nicht wiederholen könne, forderten die Studenten. (epd)