Proben mit Taro Sladek

Ippendorfer Schüler bereiten sich auf Beethoven-Kinderfest vor

Pantomime Taro Sladek macht es den Kindern vor, wie man sich bildhaft gegen Wind und Sturm wehrt.

Pantomime Taro Sladek macht es den Kindern vor, wie man sich bildhaft gegen Wind und Sturm wehrt.

Ippendorf. Mädchen und Jungen der Ippendorfer Engelsbachschule bereiten sich auf das Beethoven-Kinderfest vor. Unterstützt werden sie dabei von ihrem Mentor, dem international bekannten Pantomimen Taro Sladek.

Wenn auch das überlieferte Zitat Beethovens zweifelhaft ist, er habe die „Szene am Bach“, den zweiten Satz seiner sechsten Sinfonie (Pastorale) zusammen mit den Nachtigallen und Kuckucken ringsum geschrieben, so wird genau dieses Bild von den Kindern der Engelsbachschule auf die Bühne gebracht.

Seit Januar hören die 24 sechs- bis elfjährigen Schüler der Ippendorfer Grundschule mindestens einmal pro Woche die Komposition Beethovens, die sie als ihren Beitrag zum Beethoven Kinder Fest am 23. und 24. Juni auf die Bühne des Pantheons bringen werden. Unter dem Motto „Der Dreiklang“ arbeiten derzeit zehn Bonner Schulen im Primarbereich an Projekten rund um Ludwig van Beethoven, seine Musik und seine Ideen. Den Grundton bildet dabei die Natur, die Quinte thematisiert den Menschen und die Terz dazwischen soll durch Politik und Ideale gefüllt werden.

„Die Kinder haben sich die Sinfonie immer wieder angehört“, berichten die Lehrerinnen Elisabeth Zimmermann und Beate Krziwanie: „So sind beim Hören innere Bilder entstanden, für die sie nach und nach Szenen und ganze Geschichten entwickelt haben, die sie nun pantomimisch auf der Bühne darstellen.“

Tipps vom Profi

Unterstützt werden sie dabei von ihrem Mentor, dem international bekannten Pantomimen Taro Sladek, der sich am Dienstag die bereits fortgeschrittene Choreografie ansah und den Kindern noch Tricks und Tipps verriet, wie sie ihre Ideen und Vorstellungen noch deutlicher zum Ausdruck bringen könnten. „Ihr müsst die Gesten groß spielen“, sagte er und machte es ihnen eindrucksvoll vor.

So, wie man auf der Bühne das Flüstern laut spielen müsse, damit es auch in der letzten Reihe des Publikums verstanden wird, so überzeichnet groß müssten auch die pantomimischen Bewegungen sein. Dabei sei es gar nicht so einfach, so Krziwanie, den Bewegungsdrang der Kinder auf ein Zeitlupentempo zu reduzieren. Doch es gelingt: Zunehmend deutlicher wird ihr Auftreten, ihr Suchen und ihr gespieltes Feiern. Wunderbar, wie sie sich im fulminanten (gekürzten) 4. Satz der Sinfonie, in dem das Donnergrollen des Unwetters bedrohlich durch Kontrabasse und Celli spürbar wird, pantomimisch gegen Sturm und Gewitter auflehnen.

Mit einem über die Bühne getragenen Zwischentitel, der den fünften Satz, „Hirtengesänge – Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm“ ankündigt, löst sich das Bedrohliche in glücklichen Umarmungen und Wohlgefallen auf.

Stephan Eisel, der sich auf Einladung von Zimmermann als Vorsitzender der Bürger für Beethoven bei einer kurzen Stippvisite einen Eindruck von der Vorführung der Engelsbachschule für das Beethoven Kinder Fest verschaffte, war ganz beeindruckt davon, „dass Musik, die im Allgemeinen für Erwachsene gilt, für Kinder so erschlossen wird, dass sie erfahren, worum es geht.“ Es sei schön zu erleben, dass die Kinder die Musik als etwas Emotionales begreifen. „Nicht nur als Kopfsache.“ So habe Beethoven es auch gewollt.