Rheinpalais für 120 Millionen Euro am Bonner Bogen

Investor verspricht französisches Flair

BEUEL. Auf diesen Tag haben viele Bonner lange gewartet: Am Freitag, 27. März, wird der Kölner Investor Ewald Hohr die von Politik und Verwaltung seit vielen Monaten angemahnte Bürgerinformation durchführen. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr im Kameha Grand Hotel im Bonner Bogen.

Während des Baugenehmigungsverfahrens hatte die Stadt Bonn mehrfach den Bauherren gebeten, diese freiwillige Präsentation anzubieten. Als die Zusage dann aber immer noch nicht umgesetzt wurde, die Bauverwaltung aber schon die Genehmigung für den ersten Bauabschnitt erteilt hatte, erhöhte die Stadt den Druck und verweigerte die Genehmigung für den zweiten Bauabschnitt.

"Es galt noch einige Planungsdetails zu klären. Und solange das nicht geschehen war, wollte ich der Öffentlichkeit das Projekt nicht präsentieren. Heute sind Politik, Verwaltung und ich einig, wie das Rhein-Palais gebaut werden soll. Ich bin mit der Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn zufrieden, auch wenn der Auftakt etwas holprig war", erklärte Ewald Hohr diese Woche im Gespräch mit dem General-Anzeiger.

Auf die Diskussion mit Bürgern, Firmenvertretern und Politikern freut sich der 71-Jährige. Er habe das Szenario mit Mitarbeitern seines Unternehmens durchgespielt und mögliche Fragen beantwortet.

"Wir haben auf alle Fragen passende Antworten", versprach der Investor. Auf alle? Gefragt, warum er nicht, wie von Politik und Verwaltung gewünscht, Wohnraum in diesem riesigen Neubauvorhaben integriert, antwortete Hohr: "Wir haben es ehrlich versucht. Wir scheitern an den gesetzlich vorgeschriebenen Lärmschutzwerten für die Nacht.

"Schuld daran sei die Lärmquelle Deutsche Bahn, deren Gleise in unmittelbarer Nähe zum Rhein-Palais verlaufen. In dem Abschnitt in Ramersdorf zwischen Landgrabenweg und Heinrich-Konen-Straße sei auch selbst nach dem Bau der Schnellbahnstrecke 13 kein Lärmschutz vorhanden.

"Wir haben uns gerade beim Thema Dämmung und Lärmschutz sehr viel Mühe gegeben und verwenden nur Baumaterial, was den modernsten Schallschutzauflagen entspricht. Alle Fenster erhalten zum Beispiel eine Dreifach-Verglasung", betonte Hohr, der als Diplom-Ingenieur im nächsten Jahr sein 50. Berufsjubiläum feiert.

Offengelassen hat Hohr die Entscheidung, ob er in einem seiner 22 Gebäude ein sogenanntes Boarding-House zum Übernachten von Mitarbeitern und Firmenkundschaft unterbringen wird.

Ob er denn nicht die Sorge der Stadt Bonn teile, dass es abends in seinem Quartier menschenleer sein wird, wenn dort keine Wohnungen existieren? Nein, die Sorge habe er nicht, weil es im Bonner Bogen viel gut frequentierte Gastronomie und Hotellerie gebe.

Auch im Rhein-Palais würden Geschäfte und Lokale platziert, die für Besucherströme in den Abendstunden sorgen werden. "Sie werden sehen, wenn der Boulevard Ville de Bonn eröffnet ist, werden auch die Menschen kommen", ist Hohr überzeugt.

Die Stadt Bonn hat allerdings die Hoffnung nicht aufgegeben, dass in dem "Business-District" doch noch Wohnraum geschaffen wird. Baudezernent Werner Wingenfeld erklärte dazu gestern: "Wir bedauern, dass dort zunächst keine Wohnbebauung realisiert wird. Der neue Bebauungsplan wird das Wohnen aber in Teilen des Gebiets ermöglichen. Vom Investor wissen wir, dass er die Gebäude konstruktiv so plant, dass eine Umnutzung jederzeit möglich bleibt."

Zu den jüngsten Detailänderungen am Bauvorhaben zählen unter anderem folgende Aspekte:

Joseph-Schumpeter-Allee: Auf der östlichen Seite wird nach Fertigstellung des Rhein-Palais der Parkstreifen wegfallen. Zehn Taxi-Plätze und Raum für Anlieferer wird es geben, ansonsten werden die Besucher beim Flanieren über den Boulevard und beim Verweilen in den Cafés freien Blick auf das Kameha-Hotel haben. "Wir bieten in unserer Tiefgarage 710 Stellplätze für Autos und 384 für Fahrräder. Das sollte für dieses Objekt an Parkraum reichen", sagte Ewald Hohr.

Kreisverkehr: An der Kreuzung Heinrich-Konen-Straße/Joseph-Schumpeter-Allee wird in Höhe des Wasserturms nun doch ein Kreisel zum besseren Verkehrsfluss gebaut.

Dachgestaltung: Die Flächen auf den 22 Gebäuden werden nun begrünt. Die ehemals dort vorgesehenen Ver- und Entsorgungseinrichtungen - zum Beispiel für Frisch- und Abluft - werden am nordöstlichen Zipfel des Areals auf einer Geländeanhöhe zentral untergebracht. Dort werden auch die Blockheizkraftwerke platziert. Diese Fläche wird aus optischen Gründe eingegrünt.