Hoher Besuch in der Wache Gabi

Innenminister Reul lobt Bonner "Vorzeigeprojekt"

Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa stellt Innenminister Herbert Reul (dritter von links) die Arbeit der Wache Gabi vor.

Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa stellt Innenminister Herbert Reul (dritter von links) die Arbeit der Wache Gabi vor.

Bonn. NRW-Innenminister Herbert Reul besuchte am Montag die Polizeiwache Gabi. Reul schloss sich dem Lob für das "Vorzeigeprojekt" an, bei dem Stadt und Polizei Hand in Hand arbeiten.

Es waren die Krawatten, die sofort ins Auge fielen. Als NRW-Innenminister Herbert Reul am Montagnachmittag die Wache Gabi besuchte, trug er einen roten, Bonns Stadtdirektor Wolfgang Fuchs einen grünen Schlips. Eine politische Aussage steckte nicht dahinter – sonst hätten die beiden Christdemokraten wohl eher schwarze Krawatten getragen.

Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa und Wachleiter Frank Habeth zeigten Reul die Wache Gabi, „das Vorzeigeprojekt unserer Stadt“, so Brohl-Sowa. Dass hier seit den 1990er Jahren Polizei und Stadt Hand in Hand arbeiten und unter anderem in gemeinsamen Streifen und Aktionen gegen die Drogenszene vorgehen, sei eine „Besonderheit, die ihresgleichen sucht“.

So lobte auch der Innenminister die Ordnungspartnerschaft. Nur so, durch Zusammenarbeit, könne die Sicherheit in Deutschland funktionieren, meinte Reul. „Die Bündelung der Kräfte ist sehr gut.“ Dies sei auch bei der jüngsten Großrazzia gegen kriminelle Clans im Ruhrgebiet deutlich geworden.

Streifendienst in Bonn „sensationell“

In dieser Hinsicht müssen sich die Bonner übrigens keine Sorgen machen: In der Bundesstadt gebe es keine Clankriminalität, stellte Reul fest. Dass die gemeinsamen Streifen von 7 Uhr bis teilweise 1 Uhr unterwegs sind, bezeichnete der Innenminister als „sensationell“. Häufig gebe es in dieser Hinsicht ja Probleme wegen der Arbeitszeiten der Stadt.

Der Leitende Polizeidirektor Helmut Pfau hob den Einsatz der Mitarbeiter hervor. Wer in der Wache Gabi seinen Dienst tue, tue dies ausnahmslos freiwillig. „Der ständige Kontakt zur Drogenszene ist nicht jedermanns Sache“, sagte Pfau. Deshalb komme es vor, dass Beamte um ihre Versetzung bitten, „weil sie Sorgen haben zu verrohen“, so Brohl-Sowa. Ziel sei es, den öffentlichen Raum zurückzuerobern, „nicht nur, was die Kriminalität, sondern auch was die Verwahrlosungstendenzen angeht“.

Künftig wird die Arbeit in der Wache aber zumindest ein Stückchen angenehmer. Wie berichtet, gibt es in der Gabi derzeit keine eigenen Umkleiden. Polizisten und Ordnungsamt-Mitarbeiter müssen dafür das Nachbargebäude an der Maximilianstraße nutzen. Nun zeichnet sich eine Lösung ab. Zwar könne er noch kein genaues Datum nennen, sagte Fuchs. Aber man sei zuversichtlich, dass in Kürze Räume in der Cassius-Bastei angemietet werden können, und zwar im selben Gebäude, in dem sich die Wache befindet.