Diskussion um Bonner Schwimmbäder

Initiative fordert Sanierung des Frankenbads

Rund 150 Bonner waren am Samstagmittag auf den Platz vor dem Frankenbad gekommen, um sich über die Initiative zu informieren.

Rund 150 Bonner waren am Samstagmittag auf den Platz vor dem Frankenbad gekommen, um sich über die Initiative zu informieren.

BONN. Die Initiative „Frankenbad bleibt Schwimmbad“ lehnt einen Neubau in Dottendorf ab. Denn dorthin, so sagen sie, wäre der Weg für viele Bonner aus den nördlichen Stadtteilen zu weit.

Fast wäre der Platz vor dem Frankenbad am Samstag selbst zum Freibad geworden, so hartnäckig regnete es. Dort informierte die Bürgerinitiative „Frankenbad bleibt Schwimmbad“ die Bonner über ihre Arbeit und warb für den Erhalt des Frankenbads als Sportstätte. Die Initiative lehnt ein neues Zentralbad in Dottendorf ab und setzt sich für die Sanierung aller vier Bonner Hallenbäder ein.

Seit Januar treffen sich die Unterstützer der Initiative regelmäßig. Die Gruppe ist nicht mit den Frankenbadfreunden, die sich für das denkmalgeschützte Gebäude stark machen, zu verwechseln. „Wir setzen uns explizit für den Erhalt als Schwimmbad ein“, erklärte Anja Niemeier, die Sprecherin der Bürgerinitiative. „Die andere Initiative hat den Erhalt des Gebäudes als Ziel – unabhängig von der Nutzung.“ Das Schwimmbad zu erhalten sei wichtig, damit Anwohner und Schüler keinen zu weiten Weg zurücklegen müssten, sagte Niemeier. „Das Frankenbad wurde in den 1950er Jahren geschaffen – mit zwei Zielen: eine städtebauliche Aufwertung um eine Schwimm- und Sportstätte zu schaffen.“ Diese Funktionen würden heute genauso gebraucht wie damals. Die Stadt habe allerdings vernachlässigt, das Baudenkmal zu pflegen.

„Es nun als Schwimmbad zu halten und zu sanieren, ist sicher aufwendig – aber gepflegt werden muss es auch, wenn man es in Zukunft anders nutzen würde“, sagte Niemeier. Ihre Initiative sehe daher keinen inhaltlichen Grund, das Bad zu schließen – „außer den Kosten“. Aber dabei müsse man eine breitere Perspektive zulassen: „Wenn man das Bad schließt, das am nächsten an Tannenbusch liegt, sollte man bedenken, was für soziale Kosten langfristig entstehen könnten“, erklärte Niemeier.

Laut Bürgerinitiative leben nördlich des Frankenbads 50.000 Bonner, die nach der Schließung deutlich weiter fahren müssten. „Die Schulen aus Auerberg und Buschdorf werden wohl eher nicht nach Dottendorf reisen. Dann hätten sie mehr Fahr- als Schwimmzeit“, mutmaßt Niemeier. Anwohnerin Gilla-Marie Dreesen steht hinter den Forderungen der Initiative. „Wenn die Patriarchen in den Behörden meinen, kein Geld für den Erhalt übrig zu haben, ist es kein Wunder, dass viele Leute das Vertrauen in sie verlieren“, sagte sie. An zwei großen Pinnwänden konnten Bürger Ideen oder Kritik zur Zukunft des Frankenbads mitteilen.